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Treibt Trump die USA – und die Welt – an den Rand des Zusammenbruchs?

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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So viel zum „lame duck“-Narrativ: Präsident Donald Trump startet 2026 mit einem politischen Feuerwerk – und entfaltet im zweiten Jahr seiner zweiten Amtszeit eine Radikalität, die selbst für seine Verhältnisse beispiellos ist.

Statt sich, wie viele erwartet hatten, auf das absehbare Ende seiner Amtszeit zurückzuziehen, zementiert Trump seine Macht im In- und Ausland mit einer Mischung aus Revanchepolitik, geopolitischem Dominanzstreben und einem kaum kaschierten Bruch mit demokratischen und internationalen Spielregeln.

Die Rückkehr der imperialen Ambitionen

In Venezuela hat Trump den langjährigen Diktator Nicolás Maduro gestürzt – und plant, die Ölreserven des Landes nun persönlich zu verwalten. In Grönland fordert er Besitzrechte und provoziert damit nicht nur Dänemark, sondern auch die NATO. Parallel droht er Iran und Kuba offen mit militärischer Eskalation. Das Ziel: die vollständige Kontrolle über den westlichen Hemisphäre im Sinne seiner nationalistischen Weltordnung.

Der neue außenpolitische Kurs der USA basiert laut seinem Stellvertreter Stephen Miller auf „Stärke, Macht und Entschlossenheit“. Der Nachkriegsordnung, die auf Kooperation und Regeln beruhte, hat die Trump-Regierung offen den Rücken gekehrt.

Ein Krieg gegen die Institutionen

Auch innenpolitisch eskaliert Trump weiter. Die wohl folgenschwerste Entwicklung: Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten beim Umbau des Fed-Hauptsitzes. Powell sieht sich Zielscheibe einer politischen Kampagne – nicht zuletzt, weil er sich weigert, Trumps Forderungen nach drastischen Zinssenkungen nachzukommen.

Die Botschaft ist klar: Wer sich Trumps Agenda widersetzt – sei es innerhalb der Regierung oder auf globaler Bühne – muss mit Konsequenzen rechnen. Schon in der Vergangenheit hatte Trump politische Gegner wie Ex-FBI-Chef James Comey juristisch verfolgen lassen, oft mit fragwürdiger Grundlage.

Rechtsstaat unter Druck, Weltordnung ins Wanken

Der Angriff auf die Unabhängigkeit der Zentralbank ist ein Tabubruch, der die Grundfesten der US-Wirtschaft bedroht. Internationale Investoren und Beobachter sehen mit Sorge, wie Trump Schritt für Schritt Institutionen delegitimiert, die bislang als Garant für Stabilität galten.

Gleichzeitig treibt Trump seine Migrationsagenda mit aller Härte voran – trotz wachsender Kritik nach dem umstrittenen Tod der US-Bürgerin Renee Good durch einen ICE-Agenten. Die Eskalation in Minnesota wird nicht etwa gebremst, sondern verstärkt – mit weiteren Razzien und dem Versuch, den Vorfall politisch umzudeuten.

Der Preis der Dominanz

Trumps geopolitischer Aktivismus – insbesondere seine Drohungen gegenüber Iran – birgt das Risiko einer militärischen Überdehnung. Die US-Streitkräfte sind bereits in Venezuela massiv gebunden. Ein Eingreifen in Iran könnte zu einer Destabilisierung der gesamten Region führen, verbunden mit Flüchtlingsbewegungen, Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte und unkalkulierbaren Folgen für Israel.

Die Parallele zur Geschichte ist unübersehbar: Trumps Versuch, eine neue Weltordnung zu schaffen, in der der Starke herrscht und der Schwache sich unterordnet, erinnert an jene imperialen Kräfte, deren zerstörerisches Potenzial nach 1945 bewusst eingedämmt werden sollte. Diese Ordnung nun aufzulösen, könnte fatale Folgen haben – nicht nur für Demokratien, sondern für den globalen Frieden.

Fazit: Erfolg auf Kosten des Gleichgewichts

Trump mag – gemessen an seinen eigenen Maßstäben – politisch erfolgreich sein: Seine Zustimmungswerte liegen stabil bei knapp 40 %, seine Basis bleibt ihm treu. Doch die Methoden, mit denen er regiert, hinterlassen Spuren. Der Preis seines Erfolgs sind tiefe Risse im gesellschaftlichen Zusammenhalt, in der Glaubwürdigkeit der Institutionen und im internationalen Vertrauen in die USA.

Seine zweite Amtszeit ist kein „Auslaufen“ der Macht – sie ist ein Stresstest für die Verfassung, für die globale Ordnung und für die Fähigkeit der Demokratie, autoritären Versuchungen zu widerstehen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Trump die Weltordnung verändert – sondern wie weit er gehen wird, bevor ein Kipppunkt erreicht ist, der nicht mehr rückgängig zu machen ist.

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