In der norditalienischen Gemeinde Castel D’Azzano nahe Verona hat sich am Dienstag eine schwere Explosion ereignet, bei der drei Polizisten ums Leben gekommen und mindestens 15 Einsatzkräfte verletzt worden sind. Die Detonation ereignete sich während einer Zwangsräumung eines Wohnhauses, die bereits seit mehreren Tagen vorbereitet worden war.
Nach Angaben der italienischen Behörden wollten die Beamten am Vormittag die Eingangstür des Hauses öffnen, als es plötzlich zu einer gewaltigen Explosion kam. Das Gebäude geriet in Brand, Trümmerteile flogen dutzende Meter weit. Feuerwehr und Rettungskräfte rückten sofort an, doch für drei Polizisten kam jede Hilfe zu spät – sie starben noch am Einsatzort.
Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Explosion absichtlich ausgelöst wurde. Eine Frau, die das Haus bewohnte und von der Räumung betroffen war, soll Sprengstoff oder Gas eingesetzt haben, um den Einsatz zu verhindern. Ob sie selbst bei der Explosion ums Leben kam oder fliehen konnte, ist derzeit noch unklar.
Die Explosion war so heftig, dass mehrere umliegende Gebäude beschädigt wurden. Anwohner berichteten von einem „Donnerschlag“, der kilometerweit zu hören war. „Wir dachten zuerst, es sei ein Erdbeben“, sagte ein Bewohner gegenüber italienischen Medien.
Innenminister Matteo Piantedosi zeigte sich tief betroffen und sprach den Angehörigen der getöteten Polizisten sein Beileid aus. „Diese Männer haben ihr Leben im Dienst für die Gemeinschaft verloren. Italien trauert um sie“, erklärte er. Premierministerin Giorgia Meloni ordnete an, die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast zu setzen.
Die Ermittlungen werden von der Antiterror-Einheit der Polizei in Verona geführt. Es soll geprüft werden, ob die Tat gezielt vorbereitet wurde und ob die Frau psychische oder finanzielle Probleme hatte. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine Zwangsräumung wegen Zahlungsrückständen.
Die italienischen Gewerkschaften der Polizei reagierten mit Bestürzung. „Unsere Kollegen riskieren täglich ihr Leben, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Diese Tragödie zeigt, wie gefährlich selbst Routineeinsätze werden können“, erklärte ein Sprecher der Polizeigewerkschaft SIULP.
Das Unglück löste in ganz Italien eine Welle der Anteilnahme aus. Vor mehreren Polizeistationen legten Menschen Blumen und Kerzen nieder. In Verona ist für Mittwoch ein Gedenkgottesdienst geplant, an dem auch Vertreter der Regierung teilnehmen sollen.
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