Am Morgen des 2. Oktober kam es in Manchester zu einem schweren Angriff vor der Heaton Park Hebrew Congregation Synagoge im Stadtteil Crumpsall. Ein Mann fuhr mit einem Auto in eine Gruppe von Fußgängern und verletzte dabei mehrere Menschen. Mindestens fünf Personen verloren ihr Leben, drei weitere wurden schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei kam es zudem zu einem Messerangriff.
Die Einsatzkräfte trafen gegen 9:30 Uhr Ortszeit am Tatort ein. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei angeschossen und gilt inzwischen ebenfalls als tot. Da bei ihm verdächtige Gegenstände gefunden wurden, ist auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz.
Besonders schwer wiegt, dass die Tat an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag im jüdischen Glauben, verübt wurde. Zahlreiche Gläubige befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge, sie wurden nach dem Angriff evakuiert.
Betroffenheit und Trauer
Der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich tief erschüttert: „Gerade weil dieser Angriff am heiligsten Tag im jüdischen Kalender geschah, ist er so entsetzlich.“ Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und kündigte zusätzliche Polizeipräsenz vor Synagogen im ganzen Land an.
Auch König Charles ließ mitteilen, er sei „zutiefst schockiert und traurig“ über das Geschehen, „gerade an einem Tag, der für die jüdische Gemeinschaft so bedeutend ist“.
Zunehmende Sorge
Nach Angaben des Community Security Trust, einer jüdischen Sicherheitsorganisation in London, wurden allein im ersten Halbjahr 2025 mehr als 1.500 antisemitische Vorfälle in Großbritannien registriert – eine der höchsten Zahlen seit Beginn der Erhebungen.
Der Angriff von Manchester reiht sich damit in eine Entwicklung ein, die viele Menschen in der jüdischen Gemeinschaft zutiefst verunsichert. Für die Angehörigen der Opfer und für die Gemeinde bedeutet er einen schmerzhaften Einschnitt – an einem Tag, der eigentlich der Einkehr, dem Gebet und der Versöhnung gewidmet ist.
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