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Touristen zur Kasse, bitte! Die Umwelt dankt’s (hoffentlich)

Cobanams (CC0), Pixabay
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Klimakrise? Überfüllte Hotspots? Versiegelte Traumstrände für Luxusresorts? Kein Problem – wir lösen das einfach mit einer Rechnung an die Urlauber. Denn was wäre nachhaltiger, als das schlechte Gewissen direkt beim Check-in zu kassieren?

Mehr und mehr Länder entdecken die Tourismusabgabe als praktisches Allheilmittel: Sie schont die Umwelt (vielleicht), füllt die Staatskasse (sicher) und lässt uns alle mit dem Gefühl zurück, dass wir mit dem Cocktail am Infinity-Pool gerade irgendwas Gutes getan haben.

Neuseeland: Natur gegen Kleingeld

Schon 2019 hatte Neuseeland die zündende Idee: Wer das Land betreten will, zahlt eine Art Eintritt – aktuell 100 NZ-Dollar (ca. 51 Euro). Jetzt wird’s richtig kreativ: Für besonders hübsche Naturwunder wie Cathedral Cove, Milford Sound oder Mount Cook sollen demnächst nochmal 20 bis 40 Dollar Eintritt fällig werden. Das ist quasi wie Disneyland, nur mit echten Bergen und echtem Risiko, nass zu werden.

Naturschutzminister Tama Potaka rechnet mit 62 Millionen NZ-Dollar im Jahr. Genug Geld, um die „Naturerfahrung“ weiter zu professionalisieren – und wer weiß, vielleicht bekommt Mount Cook bald WLAN und ein Café mit glutenfreien Optionen.

Hawaii: Klimazuschlag für Sonnenbrand

Auch Hawaii bittet seine Gäste zur Kasse. Die sogenannte „Green Fee“ wird ab 2026 auf die Hotelübernachtungen aufgeschlagen. Ziel: 100 Millionen Dollar für Riffrettung, Waldbrandnachsorge und andere Dinge, die weit weniger glamourös sind als das Frühstücksbuffet mit Meerblick.

Wanderführerin Susan Fazekas bringt es auf den Punkt: „Es ist keine Last, sondern eine Chance.“ Eine Chance, fürs Wandern zu zahlen. Fürs Gucken. Fürs Atmen. Großartig!

Griechenland: Nachhaltig schlemmen mit Steuer

Griechenland dachte sich: Wenn wir schon jedes Jahr unter Sonnenanbeterinnen zusammenbrechen, dann sollen die wenigstens für die Klimaanpassung zahlen. Die frühere Gästesteuer wurde auf bis zu 20 Euro pro Nacht angehoben – besonders auf Insta-Hotspots wie Santorin. Einnahmeziel: 400 Millionen Euro für Wasserleitungen, Katastrophenschutz und das Recycling von Flipflops.

Zahlen, bitte! Aber transparent.

Wissenschaftlerin Rachel Dodds warnt: Nur weil das Geld eingesammelt wird, heißt das noch lange nicht, dass es auch da landet, wo es soll. Also bitte: Quittung aufheben – oder noch besser, die Performanceberichte anschauen. Die Malediven machen’s vor und zeigen monatlich, wie sie mit der „Green Tax“ ihre Palmen retten.

Gute Nachricht: Touristen spielen (meist) mit

Laut Studien sind die meisten Menschen bereit, mehr zu zahlen, solange sie das Gefühl haben, es bringt was. 75 Prozent der Reisenden wollen laut Booking.com nachhaltiger reisen. 71 Prozent hoffen sogar, Orte besser zu hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben. (Kleiner Tipp: Das funktioniert nicht, wenn man Handtücher klaut.)

Und wie Christopher Imbsen vom World Travel & Tourism Council sagt: Wenn Nachhaltigkeit von Anfang an eingebaut ist, muss man sich nicht aktiv dafür entscheiden – sie passiert einfach. So wie Sonnenbrand oder All-you-can-eat-Buffets.

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