In den Vereinigten Staaten hat der Monat September einen besorgniserregenden Meilenstein erreicht: Fünf Menschen starben innerhalb weniger Wochen durch Blitzeinschläge – so viele wie in keinem anderen September seit zwölf Jahren. Damit wurde laut John Jensenius vom National Lightning Safety Council der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2013 erneut erreicht. Auch im Jahr 2007 hatte es fünf Todesfälle gegeben.
Besonders erschütternd: Drei Männer kamen an nur einem einzigen Tag ums Leben, nachdem sie vom Blitz getroffen wurden. Die Einzelheiten zu diesen Vorfällen wurden bislang nicht veröffentlicht, aber sie verdeutlichen die nach wie vor unterschätzte Gefahr, die von Gewittern ausgeht.
Blitz-Todesfälle 2025 auf Durchschnittsniveau – doch jeder Fall vermeidbar
Mit den jüngsten Vorfällen steigt die Zahl der Blitzschlag-Toten in den USA im Jahr 2025 auf insgesamt 19. Das entspricht dem langjährigen Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, wie Jensenius erklärt. Dennoch bleibt der tragische Tiefpunkt ein Anlass zur Besorgnis: Jeder dieser Todesfälle hätte durch umsichtiges Verhalten möglicherweise verhindert werden können.
Zum Vergleich: Im Jahr 2021 wurde mit nur 11 Todesopfern ein historischer Tiefstand erreicht. Diese Entwicklung hatte damals Hoffnung gemacht, dass Aufklärung und Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen. Die aktuellen Zahlen lassen jedoch vermuten, dass das Risikobewusstsein bei vielen Menschen nachgelassen hat – oder dass extreme Wetterereignisse zunehmen.
Unterschätzte Gefahr: Warum Blitze tödlich sind
Blitze können Temperaturen von bis zu 30.000 Grad Celsius erreichen – heißer als die Oberfläche der Sonne. Ein direkter Treffer oder auch ein Nahschlag überträgt immense Energiemengen auf den menschlichen Körper. Häufigste Todesursachen sind Herzstillstand, schwere innere Verletzungen oder neurologische Schäden. Viele Überlebende leiden dauerhaft unter den gesundheitlichen Folgen.
Etwa 10 Prozent aller vom Blitz getroffenen Menschen sterben, während die übrigen meist mit teils schweren körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen weiterleben müssen.
Experten warnen: Vorsicht rettet Leben
John Jensenius warnt eindringlich: „Es dauert nur Sekunden, um in Sicherheit zu gelangen – aber das kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.“ Besonders in den Sommer- und Herbstmonaten, wenn Gewitter häufiger auftreten, raten Meteorologen dazu, sich bei ersten Anzeichen eines Gewitters sofort in ein festes Gebäude oder ein Fahrzeug zu begeben.
Ein häufiger Irrglaube sei, dass man bei leichtem Regen oder entferntem Donnergrollen noch sicher sei. Doch ein Blitz kann mehrere Kilometer vom Gewitterzentrum entfernt einschlagen – sogenannte „positive Blitze“ gelten als besonders gefährlich.
Fazit: Mehr Aufklärung und Vorsicht notwendig
Auch wenn die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr nicht über dem langjährigen Durchschnitt liegt, zeigen die Ereignisse im September 2025 deutlich: Die Gefahr durch Blitze ist real – und oft tödlich. Jeder einzelne Fall mahnt zur größeren Vorsicht und mehr Bewusstsein im Umgang mit Naturgewalten.
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