Am Montag kam es in Midtown Manhattan zu einem der schwersten Schusswaffenangriffe in New York City seit 25 Jahren. Ein bewaffneter Einzeltäter eröffnete in einem Bürohochhaus an der Park Avenue das Feuer und tötete vier Menschen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
Der Vorfall ereignete sich im Gebäude mit der Adresse 345 Park Avenue, das unter anderem Büros der NFL (National Football League) sowie der Investmentfirma Blackstone beherbergt.
Der Täter:
Bei dem Schützen handelt es sich um Shane Devon Tamura, 27 Jahre alt, ehemaliger Footballspieler und wohnhaft in Las Vegas. Er soll laut Polizei über eine dokumentierte Vorgeschichte psychischer Erkrankungen verfügen. In seiner Tasche wurde ein dreiseitiger Abschiedsbrief gefunden, in dem er angibt, unter der Hirnerkrankung CTE zu leiden – eine Krankheit, die häufig bei Footballspielern durch wiederholte Kopftraumata auftritt. In dem Brief macht er die NFL für seine Erkrankung verantwortlich.
Die Tat:
Tamura betrat während der morgendlichen Rushhour das Gebäude, schoss zunächst im Foyer auf den anwesenden Sicherheitsdienst – darunter der 36-jährige Polizist Didarul Islam, der in seiner Freizeit dort als Wachmann arbeitete. Islam, Vater von zwei Kindern, dessen Frau mit dem dritten Kind schwanger ist, starb noch am Tatort. Tamura fuhr dann mit einem Aufzug in den 33. Stock, offenbar in dem Irrglauben, die NFL-Zentrale zu erreichen. Dort schoss er weiter um sich, tötete mehrere Angestellte und richtete sich anschließend selbst.
Die Opfer:
Neben Officer Islam kam auch Wesley LePatner, eine Führungskraft bei Blackstone, ums Leben. Eine weitere Frau wurde ebenfalls tot im 33. Stock aufgefunden. Ein Mitarbeiter der NFL wurde schwer verletzt, befindet sich jedoch in stabilem Zustand im Krankenhaus.
Reaktionen:
New Yorks Bürgermeister Eric Adams lobte die Sicherheitsmaßnahmen im Gebäude, sagte aber auch, Tamura habe offenbar durch Zufall das falsche Stockwerk erreicht. Gouverneurin Kathy Hochul forderte in Reaktion auf den Vorfall ein bundesweites Verbot von Sturmgewehren, nachdem bekannt wurde, dass Tamura mit einem AR-15-ähnlichen Gewehr bewaffnet war. Ex-Präsident Donald Trump äußerte sein Mitgefühl und rief zur Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden auf.
Hintergrund:
Der Anschlag ist die tödlichste Schießerei in New York City seit dem Jahr 2000. Laut Daten der Gun Violence Archive ist dies der 254. Massenangriff mit Schusswaffen in den USA allein in diesem Jahr. Die Ermittlungen zu Tamuras genauen Motiven dauern an.
Gedenken:
Am Tatort wurde inzwischen ein kleines Denkmal errichtet. Blumen und Ballons mit Botschaften wie „Love one another!“ erinnern an die Opfer. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden New Yorks wurden auf Halbmast gesetzt.
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