Im US-Bundesstaat Texas ist ein zum Tode verurteilter Mann wegen eines brutalen Doppelmordes hingerichtet worden. Der 51-jährige Cedric Ricks wurde am Mittwoch durch eine tödliche Injektion exekutiert. Kurz vor seinem Tod entschuldigte er sich unter Tränen bei der Familie seiner Opfer.
Ricks war wegen der Ermordung seiner damaligen Freundin Roxann Sanchez und ihres achtjährigen Sohnes Anthony Sanchez verurteilt worden. Die Tat ereignete sich im Jahr 2013 in der Stadt Bedford im Großraum Dallas-Fort Worth.
Brutale Tat nach Streit
Nach Gerichtsakten geriet Ricks am 1. Mai 2013 in der gemeinsamen Wohnung mit Sanchez in einen heftigen Streit, der schnell eskalierte. Während der Auseinandersetzung versuchten ihre beiden Söhne – der achtjährige Anthony und sein zwölfjähriger Bruder Marcus Sanchez – einzugreifen.
Ricks stieß die Jungen jedoch zur Seite, griff anschließend zu einem Küchenmesser und begann, seine Freundin mehrfach zu erstechen. Danach attackierte er auch die beiden Kinder.
Anthony überlebte den Angriff nicht. Marcus wurde ebenfalls mehrfach, unter anderem am Hinterkopf, mit dem Messer verletzt. Er konnte jedoch überleben, indem er sich reglos stellte und so tat, als sei er bereits tot.
Der damals zwölfjährige Junge musste später im Mordprozess gegen Ricks als Hauptzeuge aussagen und schilderte vor Gericht die Ereignisse der Tatnacht.
Ein neun Monate alter Sohn des Paares blieb bei dem Angriff unverletzt.
Entschuldigung kurz vor der Hinrichtung
Mehr als ein Jahrzehnt nach der Tat war Marcus – inzwischen 25 Jahre alt – unter den Angehörigen, die die Hinrichtung im Gefängnis miterlebten. Beobachter berichteten, dass er während der letzten Worte von Ricks keinerlei sichtbare Emotion zeigte.
Kurz bevor die tödlichen Medikamente verabreicht wurden, wandte sich der Verurteilte an die Familie seiner Opfer.
Er sagte, es tue ihm leid, ihnen Roxann und Anthony genommen zu haben, und er könne sich den Schmerz, den er verursacht habe, kaum vorstellen. Besonders an Marcus gerichtet erklärte er, er denke oft an ihn und bedauere zutiefst, was er ihm und seiner Familie angetan habe.
Ricks wurde um 18:55 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Seine Hinrichtung war die sechste Vollstreckung eines Todesurteils in den USA im Jahr 2026 und die zweite in Texas.
Letzter Versuch vor dem Supreme Court scheitert
Die Anwälte des Verurteilten hatten zuvor versucht, die Hinrichtung durch den Supreme Court of the United States stoppen zu lassen. Sie argumentierten, bei der Auswahl der Geschworenen im Prozess seien Kandidaten aufgrund ihrer Hautfarbe ausgeschlossen worden.
Der Oberste Gerichtshof lehnte es jedoch ab, in den Fall einzugreifen.
Vorgeschichte von Gewalt
Ricks stammte ursprünglich aus Chicago und zog einige Jahre vor der Tat nach Texas. Bereits zuvor war er wegen Gewalt in Beziehungen aufgefallen. Eine frühere Ehefrau sagte vor Gericht aus, er habe mehrfach versucht, sie zu töten.
Auch Monate vor dem Mord an Sanchez war Ricks wegen Körperverletzung angeklagt worden. Die Frau hatte eine einstweilige Schutzverfügung gegen ihn erwirkt, die jedoch wenige Monate vor der Tat ausgelaufen war.
Weitere Hinrichtung geplant
Die nächste geplante Hinrichtung in den USA ist für den 17. März angesetzt. Im Bundesstaat Florida soll der verurteilte Mörder Michael King hingerichtet werden, der wegen der Vergewaltigung und Ermordung der jungen Mutter Denise Amber Lee verurteilt wurde.
Der Fall von Cedric Ricks sorgt erneut für Diskussionen über die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten – insbesondere über ihre Anwendung bei besonders brutalen Gewaltverbrechen.
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