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Titel: „Signa-Krimi in zwölf Akten – Der Benko-Bühnenzauber zwischen Chalet, Kreditkarussell und Justizzauberstab“

charlygutmann (CC0), Pixabay
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Es war einmal ein Rene Benko – Immobilienzauberer, Charmeur der Hochglanzprospekte, und nun: Stammgast der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Der Mann, der einst halbe Fußgängerzonen besaß, ist mittlerweile auf Zelle mit Gitterblick umgestiegen. Und nun rollt die WKStA den roten Teppich für das, was Österreichs vielleicht spannendster Gerichtskrimi des Jahrzehnts werden könnte: Der Signa-Prozess! Nur mit weniger Champagner, dafür mehr Hausdurchsuchung.

Erster Akt: Der Vorhabensbericht – oder: Wenn die Justiz nervös anklopft

Ein Vorhabensbericht wurde übermittelt. Und während Normalsterbliche sich fragen, ob das wie ein polizeiliches „Wollen wir mal reden?“ klingt, wissen Kenner: Jetzt wird’s ernst. Inhalt? Streng geheim. Empfehlung für Anklage? Auch geheim. Nur so viel: Es handelt sich um eine „clamorose“ Causa. Also laut. Sehr laut. Das Justizministerium darf nun entscheiden – wobei „dürfen“ hier eher ein „müssen, und zwar pronto“ ist, denn Benko sitzt in U-Haft, und dort ist der Zimmerservice bekanntlich begrenzt.

Zweiter Akt: Die Ermittlungsstränge – mehr als in jeder Netflix-Serie

Ganze zwölf Ermittlungsstränge zählt man inzwischen. Zwölf! Das ist nicht mehr „ein Fall“, das ist ein mehrgängiges Ermittlungsmenü mit allem: Käuferbetrug, Untreue, Gläubigerbegünstigung, Covid-Fördermissbrauch, Vermögensverschleierung und – natürlich – der obligatorische Kredit für ein Privathaus, finanziert von einer Firma, die längst am Abgrund tanzte.

Dritter Akt: Das Chalet N – Luxus mit Minusrechnung

In Lech am Arlberg steht das berüchtigte „Chalet N“, wo man unter Freunden günstig logiert. Günstig heißt hier: Miete unter Selbstkosten, Schaden über 1,5 Millionen Euro. Benko als „faktischer Machthaber“ – ein Titel, den man sich normalerweise in Mafiafilmen verdient – soll kräftig mitgewirkt haben.

Vierter Akt: Das Geldkarussell – bitte festhalten

Man stelle sich vor: Investoren zahlen ein, Benko dreht den Hut, dreht ihn zurück, schüttelt – und voilà! Plötzlich kommt das Kapital angeblich von ihm selbst. Die Bilanz sagt: Magie! Die WKStA sagt: Betrug durch Täuschung bei der Kapitalerhöhung. Und das alles ganz ohne Hasen aus dem Zylinder.

Fünfter Akt: Die Gardasee-Villa – Italienischer Abschied ohne Rechnung

Die Signa Holding verkauft eine Villa am Gardasee. Und was bekommt sie dafür? Offenbar nur das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Geld jedenfalls soll kaum geflossen sein. Die WKStA nennt das Untreue, andere nennen es vielleicht großzügige Geste.

Zwölfter Akt: Der saudische Fonds – Milliarden versprochen, wenig geliefert

Auch der saudi-arabische Staatsfonds soll Teil des Signa-Wunderlandes geworden sein. Geld floss, Projekt lief – aber nicht wie geplant. Ein bisschen wie ein Überraschungsei, nur dass die Überraschung ein Ermittlungsverfahren ist.

Epilog: Die Insolvenzverwalter suchen Frieden – im Hinterzimmer

Während draußen noch auf die Anklage gewartet wird, planen die Insolvenzverwalter bereits den außergerichtlichen Handschlag. Ziel: Einigung mit den Benko-Vertrauten bis Jahresende. Öffentlich soll das alles nicht werden – das würde schließlich nur das Publikum stören. Oder die Investoren.

Fazit:

Rene Benko – einst König der Innenstädte – steht nun im Zentrum einer Justizoper mit mehr Akten als Arien. Ob er am Ende mit einem Urteil oder einer Netflix-Doku belohnt wird, ist offen. Sicher ist nur: Das Signa-Märchen hat ein ziemlich schmutziges Kapitel erreicht.

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