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Thames Water kämpft ums Überleben: Gericht entscheidet über Notkredit

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Die größte britische Wasser- und Abwassergesellschaft Thames Water steht am Abgrund. In nur vier Wochen könnte dem hochverschuldeten Unternehmen das Geld ausgehen. Um das zu verhindern, soll ein britisches Gericht am Montag über eine Notfinanzierung in Höhe von 3 Milliarden Pfund entscheiden.

Falls die Genehmigung scheitert, rückt eine temporäre Verstaatlichung näher – eine Maßnahme, die die britische Regierung jährlich rund 2 Milliarden Pfund kosten könnte.

Warum steckt Thames Water in der Krise?

Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von 17 Milliarden Pfund angehäuft. Die finanzielle Misere ist das Ergebnis von:

  • Gierigen Aktionären, die hohe Dividenden kassierten, statt in Infrastruktur zu investieren.
  • Schwacher Regulierung, die jahrelang niedrige Wasserpreise erlaubte, wodurch Investitionen in das marode Leitungsnetz ausblieben.
  • Missmanagement, das zu Umweltproblemen wie Leckagen und illegalen Abwassereinleitungen führte.
  • Klimawandel, der die ohnehin überlastete Infrastruktur durch häufigere Starkregenereignisse weiter unter Druck setzt.

Die Rettungsversuche

Thames Water versucht sich mit einem neuen 3-Milliarden-Pfund-Darlehen über Wasser zu halten. Das Geld soll in zwei Tranchen ausgezahlt werden:

  1. Erste Zahlung – reicht bis zum Herbst.
  2. Zweite Zahlung – wird fällig, falls das Unternehmen gegen die von der Regulierungsbehörde Ofwat genehmigte 35-prozentige Tariferhöhung klagt, weil es eigentlich eine 53-prozentige Erhöhung wollte.

Thames Water hat bis zum 18. Februar Zeit, eine offizielle Beschwerde bei der Competition and Markets Authority (CMA) einzureichen – eine Entscheidung mit Risiko, denn die CMA könnte die Preise sogar weiter senken.

Droht die Verstaatlichung?

Falls das Notfall-Darlehen nicht genehmigt wird, droht eine „Sonderverwaltung“ durch die Regierung – eine Art Zwangsverwaltung, um die Wasserversorgung für 16 Millionen Kunden aufrechtzuerhalten.

Während einige fordern, dass Thames Water für seine Fehler büßen und in Insolvenz gehen sollte, warnen andere davor, dass eine solche Pleite das Vertrauen internationaler Investoren erschüttern könnte.

Die britische Regierung steckt in einem Dilemma: Lässt man Thames Water fallen, oder rettet man ein privates Unternehmen mit Steuergeldern?

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein – für Thames Water, seine Kunden und die britische Wirtschaft.

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