US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag eine Untersuchung zu sogenannten „Reziprozitätszöllen“ angeordnet. Ziel ist es, Länder, die hohe Zölle auf US-Waren erheben, mit gleichwertigen Abgaben zu belegen. Während Trump betont, dass dies amerikanische Produkte wettbewerbsfähiger machen soll, warnen Experten vor einer Eskalation des globalen Handelskonflikts und möglichen negativen Folgen für die Inflation.
Laut Trumps Handelsministerkandidat Howard Lutnick soll die Untersuchung bis zum 1. April abgeschlossen sein. Ab dem 2. April könnte Trump dann neue Zölle beschließen. Besonders im Fokus steht Indien, das laut Trump „mehr Zölle erhebt als jedes andere Land“. So verlangt Indien beispielsweise eine Abgabe von 100 % auf US-Motorräder, während die USA nur 2,4 % auf indische Bikes erheben. Trump stellte Indien eine Zollbefreiung in Aussicht – unter der Bedingung, dass mehr Produktion in die USA verlagert wird.
Neben Indien könnten auch die EU-Staaten Deutschland, Irland und Italien betroffen sein. Trump kritisierte die europäische Mehrwertsteuer (VAT) als „härter als ein Zoll“ und deutete an, sie bei der Berechnung von Reziprozitätszöllen zu berücksichtigen. Besonders Pharmazeutika, Medizintechnik und Autos könnten teurer werden.
Die Einführung neuer Zölle ist ein zentraler Bestandteil von Trumps Plan, um die 2017 beschlossenen Steuersenkungen zu finanzieren. Ökonomen warnen jedoch, dass die Kosten letztlich an US-Verbraucher weitergegeben werden. Selbst einige Republikaner äußerten Bedenken: Der Wall Street Journal-Editorial Board fragte sarkastisch, ob Trump „Geld verstehe“, während der republikanische Senator Mitch McConnell die drohenden Preiserhöhungen kritisierte.
Experten befürchten zudem, dass Trumps Zollpläne zu einem Handelskrieg führen könnten. Aaron Klein, ein ehemaliger Finanzbeamter, sagte gegenüber CNN: „Das wäre der Beginn eines globalen Zollkriegs.“ Besonders Entwicklungsländer wie Brasilien, Vietnam oder afrikanische Staaten könnten darunter leiden.
Trotz der Ankündigung reagierte die Wall Street zunächst entspannt. Investoren spekulieren darauf, dass Trump seine Zolldrohungen als Verhandlungsmasse nutzt, ohne sie vollständig umzusetzen. Der Aktienmarkt legte nach der Ankündigung sogar zu: Der Dow Jones stieg um 343 Punkte, die Nasdaq um 1,5 % und der S&P 500 um 1 %.
Ob und in welchem Umfang die neuen Zölle tatsächlich kommen, bleibt abzuwarten. Sollte Trump jedoch auch seine bereits angekündigten 25 %-Zölle auf mexikanische und kanadische Waren durchsetzen, könnte dies laut dem Peterson Institute für den durchschnittlichen US-Haushalt Mehrkosten von über 1.200 Dollar pro Jahr bedeuten.
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