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Taiwan lehnt US-Forderung nach Verlagerung der Chipproduktion ab

Joa70 (CC0), Pixabay
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Taiwan hat deutlich gemacht, dass es sich Washingtons Druck widersetzt, bis zur Hälfte seiner Halbleiterproduktion in die USA zu verlagern. Vizepremierministerin Cheng Li-chiun sagte nach Verhandlungen in Washington, es gebe keine Zusage für eine „50-50“-Aufteilung.

Hintergrund:

  • TSMC, der weltweit wichtigste Hersteller modernster Chips, produziert aktuell den Großteil seiner Kapazitäten in Taiwan.

  • Diese Rolle gilt in Taipei als „Silicon Shield“: ein strategisches Faustpfand, das internationale Unterstützung im Konflikt mit China sichern soll.

  • Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump drängt seit Jahren auf mehr Chipfertigung in den USA, um die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern.

US-Sicht:

Handelsminister Howard Lutnick argumentierte, dass Washington im Ernstfall – etwa bei einer chinesischen Invasion – nur mit eigener Fertigungskapazität handlungsfähig sei. Sein Ziel: 40–50 % Marktanteil für US-Chips.

Taiwanische Reaktionen:

  • Oppositionelle wie Hsu Yu-chen (KMT) kritisieren die US-Forderung als „Plünderung“ und „Verkauf der Nation“.

  • Experten warnen, dass eine Produktionsverlagerung das Ökosystem der taiwanischen Chipindustrie schwächen würde.

  • Viele Bürger sehen in den Milliardeninvestitionen TSMCs in den USA (u. a. Phoenix, Arizona) schon heute einen Abfluss von Know-how und Einfluss.

Brisanz für alle Seiten:

  • USA wollen Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit von Taiwan.

  • Taiwan braucht Chips als strategischen Schutzschild gegen China.

  • China wiederum betrachtet Taiwan als eigenes Territorium und bedroht es militärisch.

Fazit:

Taiwan signalisiert, dass es trotz enger Partnerschaft nicht bereit ist, sein wichtigstes geopolitisches Druckmittel leichtfertig aus der Hand zu geben. Für Washington wächst damit das Dilemma: Die USA brauchen Taiwans Chips – aber Taiwans Sicherheit hängt gerade davon ab, dass fast alle Chips auf der Insel produziert werden.

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