Taiwan hat deutlich gemacht, dass es sich Washingtons Druck widersetzt, bis zur Hälfte seiner Halbleiterproduktion in die USA zu verlagern. Vizepremierministerin Cheng Li-chiun sagte nach Verhandlungen in Washington, es gebe keine Zusage für eine „50-50“-Aufteilung.
Hintergrund:
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TSMC, der weltweit wichtigste Hersteller modernster Chips, produziert aktuell den Großteil seiner Kapazitäten in Taiwan.
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Diese Rolle gilt in Taipei als „Silicon Shield“: ein strategisches Faustpfand, das internationale Unterstützung im Konflikt mit China sichern soll.
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump drängt seit Jahren auf mehr Chipfertigung in den USA, um die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern.
US-Sicht:
Handelsminister Howard Lutnick argumentierte, dass Washington im Ernstfall – etwa bei einer chinesischen Invasion – nur mit eigener Fertigungskapazität handlungsfähig sei. Sein Ziel: 40–50 % Marktanteil für US-Chips.
Taiwanische Reaktionen:
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Oppositionelle wie Hsu Yu-chen (KMT) kritisieren die US-Forderung als „Plünderung“ und „Verkauf der Nation“.
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Experten warnen, dass eine Produktionsverlagerung das Ökosystem der taiwanischen Chipindustrie schwächen würde.
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Viele Bürger sehen in den Milliardeninvestitionen TSMCs in den USA (u. a. Phoenix, Arizona) schon heute einen Abfluss von Know-how und Einfluss.
Brisanz für alle Seiten:
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USA wollen Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit von Taiwan.
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Taiwan braucht Chips als strategischen Schutzschild gegen China.
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China wiederum betrachtet Taiwan als eigenes Territorium und bedroht es militärisch.
Fazit:
Taiwan signalisiert, dass es trotz enger Partnerschaft nicht bereit ist, sein wichtigstes geopolitisches Druckmittel leichtfertig aus der Hand zu geben. Für Washington wächst damit das Dilemma: Die USA brauchen Taiwans Chips – aber Taiwans Sicherheit hängt gerade davon ab, dass fast alle Chips auf der Insel produziert werden.
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