Land der unbegrenzten Möglichkeiten und begrenzten Toleranzgrenzen. Am Sonntag wird nicht nur Football gespielt – es wird gezündelt: Mit Bad Bunny in der Halbzeit und Green Day als Eröffnungsband verwandelt sich der Super Bowl endgültig in das, was rechtskonservative Kreise schon immer befürchtet haben: Ein politisch korrektes Musikfestival mit Footballbeilage.
Der puertoricanische Superstar Bad Bunny, musikalischer Revoluzzer und glitzernder Albtraum der MAGA-Fraktion, wird die Bühne betreten – und mit ihm alles, wovor Fox News nachts schweißgebadet aufwacht: spanische Sprache, queere Ästhetik, Anti-Kolonialismus, und kein einziger Cowboyhut in Sicht.
„Ich widme diesen Auftritt meinem Volk“, sagt Bad Bunny. Die Rechte versteht: „Er will Amerika abschaffen.“
Währenddessen steht die konservative Twitter-Blase in Flammen: „Warum singt er nicht auf Englisch?“ – eine Frage, die man 1776 auch Mozart hätte stellen können, aber nun gut.
Als ob das nicht reichte, eröffnet Green Day das Event – jene Punkrockband, die George W. Bush ein musikalisches Denkmal gesetzt hat (leider nicht im positiven Sinn). Mit Songs wie „The American Dream is Killing Me“ verdirbt man selbst dem patriotischsten Grillwurstfreund den Budweiser.
Und weil’s so schön weh tut, organisiert Turning Point USA eine Gegenveranstaltung: Das „echte Amerika“, mit Headliner Kid Rock und musikalischer Untermalung durch patriotisches Gitarren-Geschrei in E-Dur. Eintritt frei – demokratisches Denken verboten.
Donald Trump? Hat seine Teilnahme abgesagt. Angeblich aus Protest. Oder weil Bad Bunny sich geweigert hat, für ihn „Despacito“ auf Deutsch zu singen.
Fazit:
Was einst die Halbzeitpause war, ist heute die Hauptsache.
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