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Süßes wird bitter: Warum Halloween-Schokolade teurer und weniger „schokoladig“ wird

Prettysleepy (CC0), Pixabay
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Halloween steht vor der Tür – doch in diesem Jahr kommt das Gruseln nicht nur von Geistern und Kürbissen, sondern auch von den Preisschildern im Süßigkeitenregal. Schokolade, das Herzstück vieler Halloween-Tüten, wird teurer, knapper und weniger schokoladig als je zuvor.

Laut einer neuen Analyse des Groundwork Collaborative Think Tanks, die auf NielsenIQ-Daten basiert und zuerst CNN vorlag, sind Süßigkeiten in diesem Jahr im Schnitt 10,8 Prozent teurer als im Vorjahr – fast das Vierfache der allgemeinen Inflationsrate. Damit wird selbst das Naschen zu einer kostspieligen Angelegenheit.

Kakao wird zum Luxusgut

Der Hauptgrund für den Preisschock liegt in den explodierenden Kakaopreisen. Die Ernten in Westafrika, wo rund 70 Prozent der weltweiten Kakaobohnen produziert werden, sind aufgrund von Dürreperioden, Krankheiten und politischer Instabilität massiv eingebrochen.

Diese Entwicklung trifft nicht nur kleine Schokoladenhersteller, sondern auch große Konzerne. Von Bean-to-Bar-Manufakturen bis zu internationalen Marken müssen alle ihre Produktionsstrategien anpassen – und das spüren die Verbraucher:

  • Kleinere Packungen,

  • weniger Kakaoanteil und

  • höhere Preise.

Mit anderen Worten: mehr Zucker, weniger Schokolade.

Von der Praline zum Gummibärchen

Wer dieses Jahr die Halloween-Tüten seiner Kinder inspiziert, könnte eine deutliche Veränderung bemerken: Mehr saure Gummis, Fruchtgummis und Kürbisgewürzprodukte, aber weniger Schokolade. Die Hersteller setzen zunehmend auf günstigere, zuckerbasierte Süßigkeiten, um die steigenden Rohstoffpreise abzufedern.

Im Vergleich dazu waren die Preisanstiege 2024 noch moderat – gerade einmal 2,1 Prozent. Doch 2025 erreicht die Entwicklung einen Höhepunkt.

Kleiner Laden, große Sorgen

Das Beispiel der Escazú Chocolates in Raleigh, North Carolina, zeigt, wie stark die Lage auch kleine Manufakturen trifft. Der Betrieb bezieht seine Kakaobohnen direkt von Kleinbauern in Lateinamerika und zahlt ihnen das Drei- bis Vierfache des Weltmarktpreises, um faire Löhne zu sichern.

Doch selbst mit diesem ethischen Ansatz wird es eng. „Wir zahlen unseren Farmern jetzt noch mehr, einfach um ihre Existenz zu sichern“, heißt es aus dem Unternehmen. Um die Kosten zu stemmen, musste Escazú die Größe des heißen Schokogetränks verkleinern, auf günstigere Ladenflächen ausweichen und sogar neue Produkte ohne Schokolade bewerben – etwa Eiscreme-Toppings.

Hinzu kommen neue Zölle der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die nicht nur Kakaoimporte, sondern auch Verpackungsmaterialien wie Aluminium verteuern.

Schokolade bleibt ein Luxusartikel

Die National Confectioners Association berichtet, dass Amerikaner 2024 rund 7,4 Milliarden US-Dollar für Halloween-Süßigkeiten ausgegeben haben – ein Anstieg um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch bei weiter steigenden Rohstoffpreisen und Produktionskosten könnte Schokolade bald zum Luxusgut werden.

Für viele Familien bedeutet das: weniger Schokoriegel, mehr Gummitiere. Und wer doch zur edleren Variante greift, bekommt oft weniger Inhalt zum höheren Preis.

Fazit: Das süße Geschäft verliert an Geschmack

Halloween 2025 zeigt deutlich, wie globale Lieferketten, Klimawandel und Wirtschaftspolitik selbst die kleinsten Freuden des Alltags beeinflussen. Was einst ein süßes Vergnügen war, wird zunehmend zu einem Symbol für Inflation, Ungleichheit und Konsumgrenzen.

Ob Trick oder Treat – in diesem Jahr steckt hinter der Süßigkeit oft mehr Bitterkeit, als es der Geschmack vermuten lässt.

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