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Streit um Prime-Abos: Amazon zahlt Milliardenvergleich

geralt (CC0), Pixabay
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Der US-Onlinegigant Amazon muss tief in die Tasche greifen: Mit einer Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,15 Milliarden Euro) beendet das Unternehmen einen jahrelangen Rechtsstreit mit der US-Handelsbehörde FTC. Der Vorwurf: Amazon habe Millionen Kundinnen und Kunden mit zweifelhaften Methoden in kostenpflichtige Prime-Abos gedrängt – und ihnen den Ausstieg unnötig schwer gemacht.

Milliarden für Entschädigungsfonds

Wie die FTC bekanntgab, sollen 1,5 Milliarden Dollar in einen Fonds fließen, aus dem geschädigte Verbraucher entschädigt werden. Schätzungsweise 35 Millionen Menschen könnten davon profitieren – also all jene, die in den letzten Jahren das Gefühl hatten, sich bei der Kündigung ihres Prime-Abos durch ein regelrechtes digitales Labyrinth zu quälen.

Amazon streitet Schuld ab – verspricht aber Besserung

Offiziell räumt Amazon im Vergleich kein Fehlverhalten ein. Der Konzern betont, stets im Sinne seiner Kunden gehandelt zu haben. Dennoch verpflichtet er sich nun zu Änderungen:

  • Es soll künftig eine deutlich sichtbare Schaltfläche geben, mit der man den Abschluss eines Prime-Abos ablehnen kann.

  • Der Kündigungsprozess muss vereinfacht werden – also weniger Klicks, weniger Verwirrung, weniger „Sie wollen doch nicht wirklich gehen, oder?“.

So funktionierte die Masche

Amazon hatte mit einer kostenlosen Prime-Probemitgliedschaft geworben, inklusive der beliebten „Lieferung am selben Tag“. Was viele Nutzer jedoch nicht bemerkten: Wer nicht rechtzeitig aktiv kündigte, rutschte automatisch in eine kostenpflichtige Mitgliedschaft. Und wer dann aussteigen wollte, musste sich durch eine Kündigungsprozedur klicken, die Kritiker als „überzogen kompliziert“ bezeichneten.

Signalwirkung für die Branche

Mit dem Milliardenvergleich setzt die FTC ein klares Zeichen: Unternehmen dürfen ihre Kunden nicht in Abofallen locken und den Ausstieg zur Geduldsprobe machen. Für Amazon ist es einer der teuersten Vergleiche in seiner Unternehmensgeschichte – auch wenn der Konzern dank Prime, das weltweit mehr als 200 Millionen Mitglieder zählt, weiterhin glänzend verdient.

Ob die vereinbarten Änderungen tatsächlich zu einem kundenfreundlicheren Umgang führen oder Amazon einfach neue Tricks findet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für viele Verbraucher bedeutet der Vergleich aber zumindest eines: Eine kleine Genugtuung und ein einfacher Weg, dem Prime-Spießrutenlauf endlich zu entkommen.


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