Die Spritpreise im Vereinigten Königreich klettern weiter nach oben – und mit ihnen die politische Spannung. Erstmals seit fast einem Jahr kostet ein Liter Benzin wieder mehr als 1,50 Pfund, Diesel liegt sogar deutlich darüber. Während Autofahrer stöhnen, geraten Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber zunehmend unter Druck.
Preissprung mit Ansage
Nach Angaben des Automobilclubs RAC liegt der Benzinpreis inzwischen bei über 150 Pence pro Liter, Diesel sogar bei rund 177 Pence. Seit Beginn der Angriffe auf Iran sind die Preise spürbar gestiegen – Benzin um 17 Pence, Diesel sogar um 35 Pence pro Liter.
Treiber der Entwicklung ist vor allem der Ölpreis: Rohöl der Sorte Brent hat erneut die Marke von 110 Dollar pro Barrel überschritten. Die Unsicherheit rund um den Nahost-Konflikt sorgt für heftige Schwankungen an den Märkten.
Vorwürfe der Abzocke – deutliche Gegenwehr
Die britische Regierung hatte angedeutet, einzelne Anbieter könnten die Krise nutzen, um Gewinne zu steigern. Asda-Chef Allan Leighton weist das entschieden zurück.
Sein Vorwurf: Nicht die Händler profitierten – sondern der Staat.
Da auf den Gesamtpreis Mehrwertsteuer erhoben wird, steigen mit jedem Preissprung auch die Steuereinnahmen. Von „Abzocke“ könne daher keine Rede sein, so Leighton. Im Gegenteil: Die Margen im Handel seien zuletzt sogar gesunken.
Nachfrage überholt Angebot
Ein weiteres Problem: Die Nachfrage zieht stark an. Laut Asda werden deutlich größere Mengen verkauft als üblich. In der Folge kommt es lokal zu Engpässen – einzelne Zapfsäulen bleiben zeitweise trocken.
Von einer flächendeckenden Versorgungskrise kann jedoch keine Rede sein. Branchenverbände sprechen von einer insgesamt stabilen Lage, auch wenn Lieferketten unter Druck stehen.
Verbraucher zahlen den Preis
Für Autofahrer kommt der Anstieg zur Unzeit: Kurz vor dem Osterwochenende verteuern sich Reisen spürbar. Experten raten dazu, Preise aktiv zu vergleichen – Unterschiede zwischen Tankstellen können erheblich sein.
Politik unter Zugzwang
Die Debatte zeigt ein bekanntes Muster: Steigende Energiepreise führen schnell zu Schuldzuweisungen. Während die Regierung strengere Kontrollen ankündigt, verweisen Unternehmen auf globale Marktmechanismen.
Fazit
Der Konflikt im Nahen Osten schlägt direkt auf britische Zapfsäulen durch. Ob Knappheit, Marktmechanik oder politische Schuldfrage – am Ende bleibt vor allem eines: steigende Kosten für Verbraucher.
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