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Spende eines Milliardärs in Höhe von 18.000 Euro an die AfD sorgt für Kritik

geralt (CC0), Pixabay
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Der Unternehmer Kurt Krieger, Gründer der Möbelkette Höffner, hat im Jahr 2024 18.000 Euro an die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) gespendet, wie aus dem aktuellen Rechenschaftsbericht der Partei hervorgeht, den die Bundestagsverwaltung veröffentlicht hat. Der Betrag ist im Vergleich zu den Summen großer Großspenden gering, dürfte für lokale Parteigliederungen aber dennoch von Bedeutung sein. Die Spende wurde auf zwei AfD-Parteigliederungen aufgeteilt, darunter der Kreisverband Chemnitz.

Krieger, dessen Vermögen laut Forbes über einer Milliarde Euro liegt, äußerte sich nicht selbst zu der Zuwendung. Seine Firma antwortete auf Anfrage lediglich, dass sie sich „grundsätzlich nicht zu solchen Fragen“ äußere. Offenbar ist es ungewöhnlich, dass ein bekannter Unternehmer offen an die AfD spendet – in den veröffentlichten Berichten tauchen nur wenige namentlich bekannte Unterstützer auf. Eine Ausnahme bildet etwa der Medizintechnik-Milliardär Winfried Stöcker, der der AfD im Bundestagswahlkampf 1,5 Millionen Euro zukommen ließ.

Die Zuwendung fällt in einen Kontext politischer Auseinandersetzungen: In Chemnitz war die AfD-Stadtratsfraktion 2025 zerstritten, begleitet von Korruptionsvorwürfen gegen Ratsmitglieder. Krieger hatte 2023 ein ehemaliges Kaufhaus gekauft, in dem Teile der Verwaltung untergebracht werden sollten – eine Entscheidung, die mit den Stimmen von AfD-Abgeordneten fiel. Parteiintern wurde zudem kritisiert, dass AfD-Mitglieder vergünstigte Parkplätze in einer Immobilie von Krieger erhalten hätten, wobei damals bereits über die Spende gesprochen wurde.

Laut Aussagen der AfD gegenüber Medien gab es für die Spende keine erwarteten oder erfüllten Gegenleistungen. In der Vergangenheit sorgten auch andere große AfD-Zuwendungen für politische Diskussionen und rechtliche Probleme. Beispielsweise musste die Partei 2018 eine hohe Strafe zahlen, weil sie versteckte Spenden über Strohmänner erhalten hatte, die später mit dem Immobilienmilliardär Henning Conle in Verbindung gebracht wurden, und auch 2025 gab es millionenschwere Unterstützungen aus dem Ausland, deren Herkunft teilweise umstritten ist.

Während Parteien in Deutschland verpflichtet sind, größere Geldzuwendungen offen zu legen, werfen solche Fälle immer wieder Fragen zur Transparenz und zu politischen Einflussnahmen auf. Kritiker sehen in solchen Spenden nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch ein politisches Statement, das angesichts der AfD-Programmatik gesellschaftliche Debatten auslöst.

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