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Spektakulärer Juwelenraub im Louvre: Wert der Beute auf 88 Millionen Euro geschätzt

Wanderer97 (CC0), Pixabay
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Ein dreister Juwelenraub mitten am Tag erschüttert Frankreich: Aus dem Pariser Louvre haben bislang unbekannte Täter am Sonntagvormittag wertvolle Schmuckstücke aus der Kaiserzeit gestohlen – darunter eine Diamant-Tiara der Kaiserin Eugénie, die Ehefrau von Napoleon III., sowie ein Smaragd-Diamant-Collier, das Napoleon Bonaparte seiner Gattin schenkte.

Wie die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau gegenüber RTL erklärte, wird der Gesamtwert der Beute auf 88 Millionen Euro geschätzt. „Das ist eine außergewöhnliche Summe“, sagte Beccuau, „doch der größere Verlust betrifft unser kulturelles Erbe.“

Raub in nur acht Minuten

Nach Angaben der Ermittler benötigten die vier Täter weniger als acht Minuten, um die Juwelen aus der berühmten Galerie d’Apollon im ersten Stock des Museums zu stehlen – nur wenige Meter von der Seine entfernt.

Die Täter waren maskiert und nutzten einen Lastwagen mit Hebebühne, um über einen Balkon einzudringen. Zwei Männer schnitten mit einem akkugetriebenen Trennschleifer eine Glaswand auf, während ihre Komplizen das Fahrzeug sicherten.

Sie bedrohten das Sicherheitspersonal, das daraufhin die Räumlichkeiten räumte. Anschließend floh die Bande – offenbar Profis – mit Motorrollern durch die Straßen von Paris.

Spuren und erste Funde

Auf der Flucht verloren die Täter offenbar ein Stück der Beute: Eine beschädigte Krone, einst im Besitz von Kaiserin Eugénie, wurde wenige Hundert Meter vom Museum entfernt gefunden.

Zudem versuchten die Diebe laut Polizei, ihren Fluchtwagen in Brand zu setzen – wurden dabei jedoch von einem Mitarbeiter des Museums gestört, der die Feuerwehr alarmierte.

Politischer Druck nach Sicherheitslücken

Der Raub hat in Frankreich eine heftige Debatte über die Sicherheit nationaler Kulturgüter ausgelöst.
Präsident Emmanuel Macron sprach von einem „Angriff auf das französische Erbe“, während Justizminister Gérald Darmanin einräumte, die Sicherheitsvorkehrungen seien „katastrophal gescheitert“.

Ein interner Bericht ergab, dass in einem Drittel der Räume des Louvre keine funktionierenden Überwachungskameras installiert waren – und das Alarmsystem nicht ausgelöst wurde.

Die Regierung kündigte umgehend eine Überprüfung aller großen Museen und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an.

Schmuck wohl bereits verloren

Kunstfahnder und Experten für gestohlenes Kulturgut zeigen sich pessimistisch:
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Juwelen unversehrt wieder auftauchen, gilt als gering.

„Nach 24 bis 48 Stunden sind solche Stücke meist für immer verloren“, erklärte ein französischer Kunstfahnder dem Sender France Info.

Vermutlich wurden die Schmuckstücke bereits in Einzelteile zerlegt, die Edelmetalle eingeschmolzen und die Edelsteine ins Ausland geschmuggelt – um sie dort zu einem Bruchteil ihres Wertes zu verkaufen.

„Ein Raub, der Frankreich beschämt“

Für viele Franzosen ist der Diebstahl mehr als ein Kriminalfall – er ist ein Symbol für den Verlust nationaler Würde.

„Wenn Kriminelle mitten am Tag die Krone der Kaiserin aus dem Louvre stehlen können, ohne dass der Alarm losgeht, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht“, schrieb die Zeitung Le Figaro.

Noch sucht die Polizei nach den vier maskierten Tätern – vermutlich erfahrene Kunstdiebe.
Doch je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlicher wird, dass aus einem der spektakulärsten Kunstraube Europas ein Fall ohne Happy End wird.

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