Von einem einstigen Vorzeigeunternehmen der grünen Geldanlage bleibt derzeit vor allem eins: ein Schatten. Die hep-Gruppe aus dem baden-württembergischen Güglingen, bekannt durch ihre Investments in internationale Solarfonds, steckt in einer dramatischen Krise. Tausende Privatanleger erleben aktuell, was es bedeutet, wenn Nachhaltigkeitsversprechen nicht mit nachhaltigem Wirtschaften einhergehen – und zugleich Millionen in Sport-Sponsoring fließen.
6.000 Anleger – aber wer denkt an sie?
Rund 6.000 Menschen in Deutschland haben der hep-Gruppe ihr Vertrauen und ihr Kapital gegeben. Was als grünes Investment mit Sonnenseite begann, wird für viele zur finanziellen Belastung mit ungewissem Ausgang.
Die Liste der Probleme ist lang:
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Fonds wie das HEP Solar USA 4 notieren bei gerade einmal 24 % des eingezahlten Kapitals
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Fällige Nachrangdarlehen werden nicht zurückgezahlt, sondern um Jahre verschoben
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Der Konzernabschluss 2024 zeigt ein erschütterndes Bild: Bilanzielle Überschuldung, ein Jahresfehlbetrag von 9,1 Millionen Euro und ein vollständiger Verlust des Eigenkapitals
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Die Anleihe der hep global GmbH notiert weit unter Nennwert
Das Vertrauen der Anleger? Erschüttert.
Und während all das öffentlich bekannt ist – prangt das hep-Logo weiterhin stolz auf dem Trikotärmel des VfB Stuttgart.
Millionen in Werbung – kein Geld für Rückzahlungen?
Es drängt sich eine Frage auf, die viele betroffene Anleger fassungslos stellt:
Wie kann ein Unternehmen, das seine eigenen Kapitalgeber nicht bedienen kann, gleichzeitig als Trikotsponsor in der Bundesliga auftreten?
Werbung im Profifußball ist teuer – insbesondere beim VfB Stuttgart, einem Traditionsverein mit Millionenpublikum.
Es ist kaum zu glauben, dass sich ein Unternehmen mit negativem Eigenkapital, das sich auf eine „vorinsolvenzrechtliche Durchsetzungssperre“ beruft, Sponsoring in dieser Größenordnung leisten kann oder sollte.
Ist das noch Kommunikation – oder reine Augenwischerei?
Investorenschutz sieht anders aus
Natürlich ist Sponsoring Teil einer Markenstrategie. Und natürlich dürfen Unternehmen werben – auch in schwierigen Zeiten.
Aber in einer Situation, in der Anleger auf Rückzahlungen warten, in der finanzielle Verpflichtungen nicht erfüllt werden können und in der Kapital vernichtet wurde, mutet so ein Werbeauftritt wie ein schlechter Witz an.
Man fragt sich: Hat bei hep jemand den Kontakt zur Realität verloren?
Denn was dringend gebraucht würde, ist nicht Imagepflege – sondern Transparenz, Sanierungswillen und ein klares Signal, dass die Anliegen der Anleger ernst genommen werden.
Was bleibt, ist ein Vertrauensbruch
Die hep-Gruppe hat nicht nur finanzielle Verluste zu verantworten, sondern auch einen massiven Vertrauensverlust.
Und Vertrauen ist im Finanzmarkt nicht mit Trikotwerbung wiederherzustellen, sondern mit nachvollziehbarem Handeln, mit Verantwortung gegenüber den Menschen, die ihr Geld riskiert haben – nicht gegenüber einem Fußballverein.
Fazit:
Wenn ein Unternehmen tief in der Krise steckt, Anleger um ihr Geld bangen und Rückzahlungen auf Jahre verschoben werden, dann ist es schlicht unanständig, Geld für Glamour-Marketing im Bundesliga-Zirkus auszugeben. Zuerst die Anleger, dann das Sponsoring.Alles andere wirkt nicht nur unverständlich – es wirkt zynisch.
Nicht zu vergessen das Sponsoring bei der TSG Hoffenheim. Hep sponsort zwei Bundesligisten.