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Sonnencreme-Skandal erschüttert Australien: Zahlreiche Produkte bieten kaum Schutz vor UV-Strahlung

karolinagrabowska (CC0), Pixabay
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Australien, das Land mit der höchsten Hautkrebsrate der Welt, steht derzeit im Zentrum eines wachsenden Verbraucherskandals. Immer mehr Sonnencremes entpuppen sich als wirkungslos oder gar gefährlich. Nach Angaben der britischen BBC wurden inzwischen 18 Sonnenschutzmittel wegen gravierender Sicherheitsmängel vom Markt genommen.

Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf ein Land, in dem Sonnenschutz buchstäblich über Leben und Tod entscheidet – und stellen zugleich die Glaubwürdigkeit der Kosmetikindustrie wie auch der staatlichen Kontrollmechanismen infrage.

Untersuchungen decken eklatante Abweichungen auf

Der Skandal nahm im Juni Fahrt auf, nachdem die Verbraucherschutzorganisation Choice Australia mehrere beliebte Produkte getestet hatte. Das Ergebnis war alarmierend: Bei einigen Sonnencremes wich der tatsächliche Schutz massiv von der Verpackungsangabe ab.

Besonders schockierend war ein Fall, bei dem ein angeblicher Lichtschutzfaktor (LSF) 50 in der Praxis nur einem LSF 4 entsprach – also einem Schutz, der faktisch kaum höher ist als jener eines herkömmlichen Hautöls.

Seitdem hat sich die Lage weiter zugespitzt. Die Therapeutic Goods Administration (TGA), die australische Arzneimittel- und Gesundheitsaufsicht, untersucht derzeit rund 20 weitere Sonnenschutzprodukte, die alle dieselbe chemische Basis verwenden.

Erste Laborergebnisse deuten darauf hin, dass auch diese Mittel nicht über einen LSF von 21 hinauskommen – deutlich unter den gesetzlichen Mindestanforderungen für Hochleistungssonnencremes.

Hersteller unter Druck – Produktion gestoppt

Im Mittelpunkt des Skandals steht der australische Hersteller Wild Child Laboratories Pty Ltd, der das fragliche Grundprodukt entwickelt hat. Nach wachsender Kritik und mehreren Produktrückrufen wurde die Herstellung vorerst gestoppt.

Die TGA sprach in einer Stellungnahme von „schwerwiegenden Bedenken“ über die Qualitätssicherung und verwies auf mögliche Verstöße gegen Prüf- und Dokumentationspflichten.

Auch das involvierte US-Testlabor Princeton Consumer Research Corp (PCR Corp) steht unter Beobachtung. Das Unternehmen erklärte gegenüber der BBC, dass externe Faktoren – wie Lagerbedingungen, Sonneneinstrahlung oder Produktalter – den gemessenen Lichtschutzfaktor beeinflusst haben könnten.

Für viele Experten klingt das jedoch nach einer Ausrede. Denn Sonnenschutzmittel müssen, so die TGA, „unter realistischen Bedingungen zuverlässig wirken – insbesondere in Ländern mit extremer UV-Belastung“.

Gesundheitsrisiko in einem Hochrisikoland

Australien gilt weltweit als das Land mit dem höchsten Hautkrebsrisiko. Laut Schätzungen erkranken zwei von drei Australiern im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Hautkrebs. Die Behörden führen dies auf die starke Sonneneinstrahlung, den hohen Freizeitanteil im Freien und eine lange Tradition von Outdoor-Kultur zurück.

Umso schwerer wiegt der aktuelle Skandal: Wenn Verbraucher nicht mehr darauf vertrauen können, dass der deklarierte Lichtschutzfaktor stimmt, ist der Schutz vor Sonnenbrand und DNA-Schäden faktisch nicht gewährleistet.

Verbraucherschützer fordern Konsequenzen

Verbraucherschutzorganisationen und Dermatologen verlangen nun strengere Kontrollen und eine Neuüberprüfung aller Sonnenschutzmittel auf dem australischen Markt. Auch Schadensersatzklagen könnten folgen, sollte sich herausstellen, dass Konsumenten durch falsche Angaben gesundheitlich geschädigt wurden.

„Dieser Skandal ist ein Weckruf“, so ein Sprecher von Choice Australia. „In einem Land, in dem Sonnenschutz lebenswichtig ist, dürfen Verbraucher nicht Opfer mangelhafter Prüfverfahren oder fehlerhafter Testlabore werden.“

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