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„Skinnytok“ und Essstörungen: Warum eine junge Frau TikTok verlassen hat

nikuga (CC0), Pixabay
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Eine junge Frau hat sich entschieden, TikTok zu löschen, um einen Rückfall in ihre Essstörung zu vermeiden. Sie berichtet, dass ihr Feed zunehmend mit Inhalten über extreme Gewichtsabnahme und restriktives Essverhalten überflutet wurde – ein Bereich der Plattform, der unter dem Schlagwort „Skinnytok“ bekannt ist.

Obwohl TikTok mittlerweile die Suche nach dem Begriff blockiert hat, ist die problematische Botschaft weiterhin zugänglich – oft verschleiert durch bewusst veränderte Schreibweisen oder alternative Hashtags. Laut der Nutzerin reicht die Sperrung daher nicht aus, um gefährliche Inhalte wirklich zu unterbinden.

Essstörungs-Organisationen wie Beat warnen, dass soziale Medien Risikofaktoren für Menschen mit bestehenden oder latenten Essstörungen darstellen. Eine Umfrage ergab, dass über 90 % der Betroffenen auf problematische Inhalte gestoßen sind, die ihr Verhalten negativ beeinflussen.

Die betroffene Frau beschreibt, wie schwierig es war, sich solchen Inhalten zu entziehen: Schon das Ansehen eines einzelnen Videos führte dazu, dass ihr Algorithmus zahlreiche ähnliche Beiträge anzeigte. Sie spricht von einer regelrechten Sucht, solche Inhalte zu konsumieren – selbst wenn man weiß, dass sie schädlich sind.

Sie kritisiert die Normalisierung und Verharmlosung von Essstörungen auf sozialen Medien. Aussagen wie „Du bist kein Hund, du brauchst keinen Snack“ oder nostalgische Zitate wie „Nichts schmeckt so gut wie dünn sein“ aus den 2000er-Jahren erleben eine problematische Renaissance.

Zudem betont sie, dass viele dieser Inhalte nicht von medizinischem Fachpersonal stammen und häufig unter dem Deckmantel von „Selbstdisziplin“ und „gesundem Lebensstil“ verbreitet werden – was besonders bei Jugendlichen zu verzerrten Körperbildern führen kann.

Expertinnen und Experten fordern deshalb strengere Maßnahmen von Plattformbetreibern, um gefährliche Inhalte zu erkennen und zu entfernen. Auch sollten Betroffene frühzeitig aufgeklärt und unterstützt werden, um langfristige Folgen zu vermeiden.

Soziale Medien können nicht die alleinige Ursache einer Essstörung sein, aber sie verstärken nachweislich Symptome bei gefährdeten Personen. Die Forderung: Mehr Schutzmechanismen, mehr Kontrolle und mehr Aufklärung – online wie offline.

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