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Signa meldet weitere Pleiten

Ratfink1973 (CC0), Pixabay
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Im umfangreichen Immobilien-, Handels- und Medienimperium der Signa Holding gibt es zwei weitere Insolvenzen. Es handelt sich um Beteiligungsgesellschaften, die beim Handelsgericht Wien Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt haben.

Details der Insolvenzen:

Prime Holding GmbH: Diese Gesellschaft hat Passiva von 1,275 Milliarden Euro.
Prime Beteiligung GmbH: Diese Gesellschaft hat Passiva von 37,5 Millionen Euro.

Beide Unternehmen bieten einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent an. Sie sind reine Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in Wien, wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) mitteilt.

Laut KSV1870 war der Grund für die Beantragung der Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, dass die Gesellschaften kurzfristig keine Gewinnausschüttungen aus ihren Beteiligungen und keine Finanzierungen aus dem Gesellschafterkreis mehr erwarten konnten. Details zur Gläubigerstruktur liegen noch nicht vor. Beide Unternehmen sollen weitergeführt werden.
Untersuchung zu Wirtschaftsprüfern

Bereits in der vergangenen Woche berichtete das deutsche „Manager Magazin“, dass die Insolvenzverwalter nun die Rolle der Wirtschaftsprüfer unter die Lupe nehmen. Gutachter wurden beauftragt, um mögliche Ansprüche gegen die Prüfer zu prüfen, da der Verdacht auf fahrlässige Prüfungen besteht.

Aussagen von René Benko

René Benko, der Gründer von Signa, wurde am Mittwoch im parlamentarischen Cofag-Untersuchungs-Ausschuss befragt. Er verweigerte jedoch weitgehend die Aussage, unter Verweis auf zahlreiche laufende Verfahren gegen ihn und die überwiegend insolvente Signa-Firmengruppe. Wegen seiner „Aussageverweigerung“ wurden drei Beugestrafen beantragt.

Prüfungstagsatzung in Innsbruck

Parallel zu den Ereignissen in Wien fand am Landesgericht Innsbruck die Prüfungstagsatzung im Konkursverfahren gegen die Familie Benko Privatstiftung statt. Masseverwalter Herbert Matzunski teilte nach einer einstündigen Verhandlung mit, dass 2,3 Milliarden Euro an Gläubigerforderungen angemeldet wurden, von denen jedoch nur 49,4 Millionen Euro anerkannt wurden.

Größte Insolvenz in Österreich

Seit der Insolvenz der Signa Holding im Dezember 2023 sind zahlreiche Tochterfirmen ebenfalls zahlungsunfähig geworden. Insgesamt ist dies mit über zehn Milliarden Euro an Passiva die größte Insolvenz in der Geschichte der österreichischen Wirtschaft. Die Verbindlichkeiten der Signa Holding belaufen sich auf fünf Milliarden Euro.

Weitere betroffene Gesellschaften:

Signa Prime: 4,5 Milliarden Euro
Signa Development: 1,3 Milliarden Euro
Galeria (deutsche Kaufhaustochter)
KaDeWe-Gruppe
Luxuskaufhaus Lamarr (in Bau)
René Benko als Einzelunternehmer: Zwei Milliarden Euro an Forderungen

Insgesamt gab es ein Dutzend Insolvenzen in Österreich und über 100 in Deutschland innerhalb des Firmengeflechts, das über 1.000 Unternehmen umfassen soll.

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