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Signa-Holding: 650 Millionen Euro Verlust vor der Insolvenz – Prozess gegen Benko startet im Oktober

PabitraKaity (CC0), Pixabay
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Das ganze Ausmaß der finanziellen Schieflage des Immobilienriesen Signa Holding wird nun deutlich. Insolvenzverwalter Christof Stapf legte in seinem fünften Bericht an die Gläubiger erstmals konkrete Zahlen vor. Demnach schrieb die Holding im Jahr vor ihrem Kollaps einen operativen Verlust von rund 650 Millionen Euro.

Ein Gutachten von Deloitte kommt zu dem Schluss, dass die materielle Insolvenz spätestens im November 2022 eingetreten sei. Dennoch meldete die Unternehmensgruppe die Pleite erst ein Jahr später, Ende November 2023, offiziell an. Ob Verantwortliche für diese Verzögerung juristisch belangt werden, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Milliardenforderungen der Gläubiger

Das Gläubigerbild ist dramatisch: Insgesamt meldeten Investoren und Banken Forderungen in Höhe von 8,35 Milliarden Euro an. Stapf erkannte bisher rund 2,76 Milliarden Euro an, während er Forderungen über 5,59 Milliarden Euro bestritt. Hinzu kommen Forderungen von 423 Millionen Euro gegenüber anderen insolventen Signa-Gesellschaften.

Parallel dazu machte der Insolvenzverwalter gerichtliche Anfechtungsansprüche von mehr als 315 Millionen Euro geltend – ein weiterer Baustein, um Vermögenswerte für die Gläubiger zurückzuholen.

Rene Benko im Fokus der Justiz

Besonders im Rampenlicht steht der Gründer und einstige Vorzeigeinvestor Rene Benko. Der Tiroler sitzt seit Januar in Untersuchungshaft, nachdem er in Innsbruck festgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Vermögenswerte gezielt beiseitegeschafft und so die Ansprüche der Gläubiger geschmälert zu haben.

Benko weist die Vorwürfe zurück. Doch bereits Mitte Oktober beginnt in Innsbruck der erste Prozess gegen ihn. Beobachter rechnen mit einem langwierigen Verfahren, das möglicherweise weitere Enthüllungen über die internen Strukturen der Signa-Gruppe ans Licht bringt.

Symbol für ein gescheitertes Imperium

Die Signa-Insolvenz gilt als eine der größten Firmenpleiten im deutschsprachigen Raum der letzten Jahrzehnte. Sie zeigt, wie riskant die expansive Immobilien- und Handelsstrategie der Gruppe war – und wie spät das Ausmaß erkannt wurde. Für die zahlreichen Gläubiger steht nun die bange Frage im Raum, wie hoch die tatsächliche Quote am Ende ausfallen wird.

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