Stand: 21. September 2026, 11:15 Uhr
Zum Wochenbeginn ist erneut eine größere Zahl von Unternehmensverfahren im Bereich der insolvenzrechtlichen Sicherungsmaßnahmen öffentlich bekannt gemacht worden. Betroffen sind Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen – vom Immobiliensektor über Bau und Logistik bis hin zu Handel, Industrie, Pflege und Gastronomie.
Wichtig ist dabei die rechtliche Einordnung: Eine Sicherungsmaßnahme bedeutet nicht automatisch, dass das Insolvenzverfahren bereits eröffnet ist. In dieser Phase soll das vorhandene Vermögen bis zur Entscheidung über die Verfahrenseröffnung gesichert werden. Möglich sind beispielsweise die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters, Zustimmungsvorbehalte oder Verfügungsverbote. Die Insolvenzgerichte veröffentlichen die nach der Insolvenzordnung vorgeschriebenen Bekanntmachungen auf dem offiziellen Justizportal.
Die folgende Auswertung berücksichtigt ausschließlich Unternehmen und Gesellschaften, keine Verfahren natürlicher Personen. Außerdem ist zu beachten: Bei mehreren Fällen wurde das Verfahren bereits vor dem heutigen Tag eingeleitet; maßgeblich für diese Übersicht ist, dass zum 21. September 2026 eine Veröffentlichung beziehungsweise Aktualisierung im Bereich Sicherungsmaßnahmen auffindbar ist. Da im Laufe des Tages weitere Bekanntmachungen hinzukommen können, handelt es sich um einen Zwischenstand.
Besonders auffällig bleibt der Immobiliensektor. Bei der Immobilien Weinand GmbH aus Bitburg ordnete das Amtsgericht Bitburg bereits am 18. September ein allgemeines Verfügungsverbot und die vorläufige Verwaltung des Vermögens an. Ebenfalls betroffen ist die Trost & Witt Real West GmbH aus Rellingen, die im Immobilienankauf, in der Entwicklung und Verwaltung tätig ist. Hinzu kommen die IKARUS Property GmbH, die unicus real estate GmbH, die Hamburger groupW3 GmbH sowie die PANDION Asperg GmbH & Co. KG.
Auch Bau, Ausbau und technische Dienstleistungen sind stark vertreten. In den heutigen Veröffentlichungen erscheinen unter anderem die Leipziger Heine Logistik und Produktions GmbH, die BBK-Bau GmbH, die WBS-Die Schadensretter GmbH, die CWP Glasfasertechnik GmbH, die Münchner Engre GmbH, die DATABAU Schwarzwald GmbH, die Alsendi GmbH sowie die Baden Garten- und Landschaftsbau UG. Das Spektrum reicht damit vom klassischen Hochbau über technische Gebäudeausrüstung und Glasfaserausbau bis zur Schadensanierung.
Im Bereich Transport und Logistik finden sich ebenfalls mehrere Unternehmen. Dazu zählen die Mainzer Adam Blodt Spedition und Dienstleistungen GmbH & Co. KG, die Bremer Carl Paul GmbH & Co. KG, die FKT Transport GmbH, die Hajesch Möbelfachspedition GmbH, die On Time Logistik GmbH und die MS-Sansibar GmbH, deren Geschäftszweck im Betrieb eines Fahrgastschiffes mit Gastronomie und Veranstaltungen liegt.
Auch Industrie und produzierendes Gewerbe sind betroffen. Dazu gehören die LEUNA-Polyamid GmbH, die Karl Kurz GmbH & Co. KG, die MGS GmbH & Co. KG, die INNOTECH GmbH, die Antriebstechnik Saftig GmbH und die Nordische Holzbearbeitung GmbH. Bei der LEUNA-Polyamid GmbH geht es um Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb chemischer Produkte, während Karl Kurz in der Pappenproduktion und Wasserkrafterzeugung tätig ist. MGS handelt und vermietet unter anderem Baumaschinen, Fahrzeuge und Gerüste.
Im Handel und Onlinehandel tauchen zahlreiche weitere Gesellschaften auf. Dazu gehören die GONIS GmbH, die COCOLI GmbH, die Multiply Apparel GmbH, die Innatura Massivholzmöbel GmbH, die Vianden GmbH, die JOHM GmbH, die ukw24 GmbH, die Onlinecenter & Mobilitätshilfen Hannover GmbH sowie die Deluxeboxen GmbH. Ihre Geschäftsmodelle reichen von Kreativ- und Haushaltsprodukten über Möbel und Textilien bis zu Unterhaltungselektronik und Onlineplattformen.
Auch der Fahrzeugsektor findet sich in den Bekanntmachungen. Betroffen sind unter anderem die Autohaus Gotthard König GmbH sowie die Motowelt Hessen GmbH. Erstere ist im Neu- und Gebrauchtwagenhandel, in Reparatur und Vermietung tätig; Motowelt Hessen konzentriert sich insbesondere auf Motorräder, Reparaturen, Vermietung sowie Zubehör.
Im medizinischen und pflegerischen Bereich erscheinen die Ambiente Mobile Care GmbH, die mevido HZV GmbH, die PROthetik GmbH Dental Labor sowie die Tagespflege am Schlosspark GmbH. Damit betreffen die Sicherungsmaßnahmen sowohl ambulante Pflege und Tagespflege als auch medizinische Versorgungszentren und Zahntechnik.
Bei Gastronomie, Getränken und Lebensmitteln finden sich die Colbitzer Heide-Brauerei GmbH, die Worldwide Spirits Holding GmbH, die SO RE UG (haftungsbeschränkt) und die Pizzacasa-Bonn GmbH. Hinzu kommt die Rhöner Botschaft GmbH, bei der das Amtsgericht Meiningen bereits am 16. September eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet hatte. Nach aktuellen Angaben soll deren Geschäftsbetrieb mit Hotel, Gastronomie und Wellnessbereich zunächst weiterlaufen.
Aus Werbung, Medien, Druck und Dienstleistungen kommen die H&K+S Agentur für Werbung GmbH, die Braun und Klein Siebdruck-Vertriebs-GmbH, die Thiel Hair Design GmbH sowie die Fahrschule Vollbracht & Schmidt GmbH & Co. KG hinzu.
Im Bereich Beteiligungen, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen erscheinen die Proindex Capital AG, die Tool Beteiligungs GmbH, die hector digital GmbH und die tillit Management GmbH. Bei Proindex Capital gehört unter anderem das Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen zum Geschäftsgegenstand. Hector digital ist im Bereich Versicherungsvermittlung tätig.
Weitere Unternehmensverfahren betreffen die Atlas GmbH, die Erwin H. Stender Holz- und Kunststoffverarbeitung GmbH, die INNIUS GTD GmbH, die EHV Fill GmbH, die PRORON GmbH, die Vinco GmbH und die Roland Ruegenberg GmbH. Für EHV Fill weist die zugängliche amtliche Wiedergabe beispielsweise auf einen Beschluss des Amtsgerichts Friedberg vom 18. September hin; die öffentliche Bekanntmachung ist heute abrufbar.
Damit lassen sich in der bisherigen Recherche mehr als 50 Unternehmensgesellschaften identifizieren, bei denen am heutigen 21. September Veröffentlichungen oder Aktualisierungen im Bereich der Sicherungsmaßnahmen auffindbar sind. Die Liste reicht von kleinen regionalen Gesellschaften bis zu bekannten Namen aus Industrie, Automobilhandel und Immobilienwirtschaft.
Auffällig ist dabei weniger eine einzelne Branche als die Breite des Geschehens. Immobilien und Bau bleiben stark vertreten, daneben ziehen sich die Verfahren aber durch nahezu sämtliche Teile der Wirtschaft: Logistik, Pflege, Maschinenbau, Handel, Gastronomie, Werbung und technische Dienstleistungen.
Dabei darf aus einer Sicherungsmaßnahme noch kein endgültiges wirtschaftliches Aus abgeleitet werden. In dieser Phase prüft das Insolvenzgericht zunächst, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen. Unternehmen können den Geschäftsbetrieb teilweise fortsetzen, Investoren suchen oder Sanierungslösungen entwickeln. Erst spätere gerichtliche Entscheidungen zeigen, ob ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet, ein Unternehmen saniert, verkauft oder gegebenenfalls mangels Masse nicht eröffnet wird.
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