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Sexspielzeuge bei WNBA-Spielen – Ein frauenfeindlicher Krypto-Stunt sorgt für Empörung

MIH83 (CC0), Pixabay
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Eine bizarre und zutiefst sexistische Aktion sorgt derzeit in der US-Sportwelt für Aufsehen: Bei mehreren Spielen der Women’s National Basketball Association (WNBA) wurden in den letzten Tagen wiederholt Sexspielzeuge aufs Spielfeld geworfen. Hinter der Aktion steckt die anonyme Gruppe hinter der Meme-Kryptowährung „Green Dildo Coin“, die sich offen dazu bekannte, für die Würfe verantwortlich zu sein.

Während die Beteiligten behaupten, es handle sich um „humorvolle Stunts“ oder gar eine Kritik an der Kryptobranche, sehen Expertinnen und Aktivistinnen darin einen gezielten Akt der Herabwürdigung: ein kalkulierter Angriff auf eine Frauenliga, deren Popularität und Sichtbarkeit in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist.

Kein Scherz, sondern ein Machtspiel

Die renommierte Sportsoziologin Cheryl Cooky (Purdue University) nennt das Ganze „eine ernste Erinnerung an die Macht und Allgegenwart von Misogynie und Homophobie in unserer Kultur“. Auch Ajhanai Keaton von der University of Massachusetts betont: „Das Werfen von Sexspielzeugen ist ein Akt symbolischer Machtausübung – eine Reaktion auf den wachsenden Einfluss von Frauen im Sport.“

Die Aktion trifft die WNBA dabei nicht zufällig: Viele der Spielerinnen sind offen queer, zahlreiche sind Women of Color – eine Kombination, die offenbar gezielt ins Visier genommen wurde. Die Gruppe postete dazu abfällige Kommentare in Livestreams und verkauft Merch mit sexistischen Anspielungen auf die Forderung der Spielerinnen nach besserer Bezahlung.

Gefahr für Leib und Leben

Dass das Ganze nicht nur geschmacklos, sondern auch gefährlich ist, zeigt ein weiterer Punkt: Wäre eine Spielerin auf einem dieser Gegenstände ausgerutscht, hätte das schwerwiegende Folgen haben können – von Bänderrissen bis zu Gehirnerschütterungen.

Die Vorfälle ereigneten sich seit Ende Juli bei mindestens sechs Spielen in fünf Städten – ein Drittel aller Teams war betroffen. Und das unmittelbar nach dem medial beachteten WNBA-All-Star-Game, bei dem das Thema „faire Bezahlung“ prominent platziert wurde.

Ein Muster der Reaktion auf weiblichen Erfolg

Historisch gesehen ist die Aktion kein Einzelfall. Immer wieder gab es Rückschläge, wenn Frauen im Sport an Bedeutung gewannen. In England war Frauenfußball fast 50 Jahre lang verboten. In den USA sorgten angebliche medizinische Risiken von Sport bei Frauen lange für restriktive Regeln. Und noch heute folgen auf Sichtbarkeit oft Sexismus und Diffamierung.

Die Aktion der „Krypto-Bros“ ist für viele Beobachter:innen ein weiteres Kapitel in dieser alten Geschichte. Doch gleichzeitig ist sie ein Zeichen für den wachsenden Einfluss der WNBA – denn wie so oft: Wer Frauen zum Schweigen bringen will, hat meist Angst vor ihrer Stimme.

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