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Senegal stoppt Auslandsreisen von Ministern wegen steigender Ölpreise

Leovinus (CC0), Pixabay
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Angesichts der stark gestiegenen Ölpreise infolge des Kriegs um den Iran verschärft die Regierung im Senegal ihren Sparkurs. Ministerinnen und Minister dürfen vorerst keine nicht zwingend notwendigen Auslandsreisen mehr unternehmen.

Das kündigte Premierminister Ousmane Sonko am Freitag bei einer Jugendveranstaltung an.

Ölpreis setzt Regierungshaushalt unter Druck

Sonko erklärte, der aktuelle Preis für ein Barrel Rohöl liege inzwischen nahezu doppelt so hoch wie im Staatshaushalt ursprünglich kalkuliert. Die Entwicklung belaste die öffentlichen Finanzen erheblich.

Auch eigene Reisen verschob der Regierungschef: Geplante Besuche in Niger und Spanien wurden vorerst abgesagt. Weitere Maßnahmen zur Begrenzung der Staatsausgaben sollen laut Sonko in der kommenden Woche vom Bergbauminister vorgestellt werden.

Senegal reagiert auf Folgen der Energiekrise

Der Senegal reiht sich damit in eine wachsende Zahl afrikanischer Staaten ein, die auf die globalen Folgen des Konflikts im Nahen Osten reagieren.

Auf dem Kontinent werden bereits verschiedene Notmaßnahmen ergriffen:

  • Südafrika senkt Steuern auf Kraftstoffe, um Preisanstiege an den Tankstellen abzufedern.
  • Äthiopien kämpft mit Treibstoffengpässen, weshalb einige staatliche Stellen Mitarbeiter in Zwangsurlaub geschickt haben.
  • Südsudan rationiert in der Hauptstadt Juba den Strom.
  • Simbabwe erhöht den Ethanol-Anteil im Benzin.

Sonko warnt vor schwieriger Weltlage

In seiner Rede an junge Menschen sagte Sonko, er wolle niemanden beunruhigen, aber ein realistisches Bild der Lage vermitteln. Die Welt sei derzeit schwierig, sagte er sinngemäß – zugleich betonte er die Widerstandskraft der senegalesischen Bevölkerung.

Senegal bleibt trotz eigener Förderung abhängig von Importen

Obwohl der Senegal inzwischen über eine noch junge Öl- und Gasindustrie verfügt, ist das Land weiterhin stark von Treibstoffimporten abhängig.

Noch im vergangenen Jahr hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Wirtschaft des Landes als robust bezeichnet. Demnach lag das Wachstum bei rund acht Prozent, bei vergleichsweise niedriger Inflation.

Gleichzeitig bleibt die Schuldenlage angespannt: Die öffentliche Verschuldung liegt laut Bericht bei mehr als 130 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Sonko, der seit zwei Jahren Premierminister ist, machte die Vorgängerregierung für die hohe Schuldenlast verantwortlich. Diese erschwere es seiner Regierung nun zusätzlich, auf den Ölpreisschock zu reagieren.

Straße von Hormus belastet auch Agrarmärkte

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Krise ist die faktische Blockade der Straße von Hormus infolge des US-israelischen Kriegs gegen den Iran. Die Meerenge gilt als zentrale Route für Öl- und Rohstofftransporte.

Neben Energie verteuert sich dadurch auch der Zugang zu Düngemitteln. Nach Schätzungen laufen rund 30 Prozent des weltweiten Düngemittelhandels über den Persischen Golf.

Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) warnte bereits vor einer möglichen globalen Ernährungskrise. Besonders Ostafrika, das stark auf Düngemittelimporte aus dem Nahen Osten angewiesen ist, könnte davon schwer getroffen werden.

Fazit

Der Senegal reagiert mit einem symbolisch wie praktisch wichtigen Schritt: Die Regierung spart zuerst bei sich selbst. Das Reiseverbot für Minister zeigt, wie stark der Ölpreisschock inzwischen auch Länder trifft, die geografisch weit vom Konflikt entfernt liegen – wirtschaftlich aber direkt von seinen Folgen abhängig sind

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