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Für 93 Prozent der Verbraucher:innen ist die Haltbarkeit ihrer Schuhe wichtig. Sie wollen ihre Schuhe länger tragen. Eine Reparatur ist für sie aber oft nicht möglich, zu teuer oder umständlich.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Kantar im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Die künftige Bundesregierung muss hier Hemmnisse abbauen und eine nachhaltigere Produktion fördern. Die Maßnahmen würden der Umwelt und dem Geldbeutel der Verbraucher:innen zu Gute kommen.

„Schuhe begleiten uns durch den Alltag. Ihre Haltbarkeit und Nachhaltigkeit sind für Verbraucherinnen und Verbraucher wichtige Kaufkriterien“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Verbraucherinnen und Verbraucher wollen kein Schuhwerk, das nur eine Saison hält und dann in die Müllverbrennung wandert. Schuhe reparieren war früher selbstverständlich. Damit Schuhe länger halten, müssen die Hersteller sie so designen, dass sie lange halten und repariert werden können.“

Regulierung über die EU-Ökodesign-Richtlinie gefordert

Eine aktuelle Befragung von Kantar im Auftrag des vzbv zeigt: Die Mehrheit der Befragten legt bei Straßenschuhen für den Alltag großen Wert auf die Qualität ihrer Fußbekleidung. Für 93 Prozent ist die Haltbarkeit der Schuhe ein eher wichtiger oder sehr wichtiger Aspekt beim Schuhkauf, für 78 Prozent auch die umweltfreundliche Herstellung und Materialien. 61 Prozent der Befragten gaben an, es sei ihnen (eher oder sehr) wichtig, dass Schuhe repariert werden können.

Dabei liegt das größte Hemmnis auf dem Weg zur Reparatur laut Verbraucher:innen bereits im Design: 64 Prozent der Befragten geben als Begründung an, dass sich viele Schuhe gar nicht reparieren lassen. Für 59 Prozent ist die Schuhreparatur zu teuer im Verhältnis zum Neukauf und 47 Prozent finden keine Reparaturwerkstatt in der Nähe.

Um eine nachhaltige Nutzung von Schuhen gegenüber Neukäufen attraktiver zu machen, fordert der vzbv Ergänzungen der EU-Ökodesign-Richtlinie: Schuhe aus Textilen aber auch aus Leder müssen so reguliert werden, dass diese langlebiger, reparierbar und recyclingfähiger werden. Die Menge an Mikroplastik, die durch Sohlenabrieb entsteht, muss begrenzt werden. Darüber hinaus sollte die neue Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Reparaturdienstleistungen senken, damit Schuhe keine Wegwerfware bleiben.

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