Die „Echte Salzburger Mozartkugel“ ist offiziell zum zweiten Mal geplatzt.
Es ist offiziell: Die Firma Salzburg Schokolade hat erneut Konkurs angemeldet – zum zweiten Mal in vier Jahren. Offenbar hält selbst feinste Praline nicht ewig, wenn die Zahlen in der Bilanz bitterer schmecken als die dunkle Kuvertüre. Die Produktion der legendären Mozartkugel wurde schon Ende 2024 ins Ausland verlegt. Wo genau? Mozart selbst hat’s nicht verraten. Vermutlich dreht er sich gerade im Grab – rhythmisch, im Dreivierteltakt.
Zweite Runde: Insolvenz, das Sequel
Bereits 2021 meldete das Unternehmen Insolvenz an, damals noch mit der Hoffnung auf Sanierung. Man nahm sich fest vor, bis Februar 2025 alle Schulden zu tilgen. Leider wurde daraus ein klassisches: „Das schaffen wir bis Montag.“ – gesagt im Oktober.
Zuletzt arbeiteten noch 58 Mitarbeiter im Werk in Grödig, doch auch diese Arbeitsverhältnisse sind mittlerweile Geschichte. Schoko adé, Dienstverhältnisse passé.
Statt Nougat: Immobilien
Eine Salzburger Investorengruppe hat sich inzwischen das Firmengelände gesichert. Preis? Mehrere Millionen – vermutlich auch in Goldtalern oder Fondue-Gutscheinen. Laut Kreditschutzverband (KSV) ist das Areal übrigens nur 9,9 Millionen Euro wert – deutlich weniger als gedacht. Offenbar zählen Nostalgie und Schokoladenduft nicht zum Immobilienwert.
Dafür soll dort künftig etwas völlig anderes entstehen: Büros! Und neue Firmen! Und Parkplätze, vermutlich. Statt zartschmelzender Tradition also demnächst Business-Buzz, PowerPoint-Präsentationen und Kantinenkaffee.
Geplant sind angeblich 300 bis 400 neue Arbeitsplätze – zwar nicht mehr in Nougat, aber immerhin in Netzwerken.
Fazit: Süß war gestern
Mozart war ein Genie, aber selbst er hätte es wohl nicht geschafft, mit 7,7 Millionen Euro Schulden ein Sanierungs-Menuett zu komponieren. Derzeit wird noch gewartet, wie viel nach Verwertung von Fabrik und Grundstück für die Gläubiger übrig bleibt. Also… vielleicht ein Stück Verpackung?
Die rund 300 Gläubiger können ihre Forderungen jetzt beim KSV anmelden. Ob es dann statt Zinsen wenigstens ein Schokoladen-Ersatzprodukt gibt? Fraglich. Aber: Man darf träumen – mit einem Hauch Marzipan und einer Spur Melancholie.
Und nun?
Statt Mozartkugel: Büroklammer. Statt Nougat: Netzwerkdrucker.
Die süßeste Geschichte des Landes – nun ein bitteres Kapitel.
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