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Schock in Mechernich: Falscher Rettungshelfer mit über 300 Ausrüstungsgegenständen enttarnt

TechLine (CC0), Pixabay
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In der nordrhein-westfälischen Stadt Mechernich hat die Polizei einen besorgniserregenden Fall von Amtsanmaßung aufgedeckt. Ein 61-jähriger Mann hatte sich als Rettungshelfer ausgegeben und war mit einem privaten EKG-Gerät zu einem medizinischen Notfalleinsatz erschienen. Die Täuschung flog jedoch auf – mit weitreichenden Konsequenzen.

Täuschung bei Notfall-Einsatz

Der Mann war offenbar selbstständig und ohne Auftrag an einem Einsatzort erschienen, ausgerüstet mit medizinischem Gerät, das den Eindruck erweckte, er sei Teil des offiziellen Rettungsdienstes. Dabei trug er laut Polizei einschlägige Kleidung, die den Anschein einer professionellen Rettungskraft erweckte.

Erst durch aufmerksame Einsatzkräfte wurde der Schwindel bemerkt. Das Verhalten des Mannes und sein Auftreten wirkten verdächtig, woraufhin die Polizei hinzugezogen wurde.

Durchsuchung offenbart brisantes Arsenal

Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung in Mechernich wurde eine große Menge an Ausrüstung sichergestellt, die normalerweise nur autorisierten Einsatzkräften zur Verfügung steht. Insgesamt fanden die Ermittler über 300 Einzelteile, darunter:

  • Uniformteile und Abzeichen vom Rettungsdienst, der Feuerwehr und der Polizei,

  • Digitalfunkgeräte, wie sie im professionellen Einsatz verwendet werden,

  • Medizinische Geräte, u.a. zur Herzstrommessung (EKG) und möglicherweise zur Vitalüberwachung,

  • Taschenlampen, Helme, Westen und weitere Ausrüstungsgegenstände, die auf eine gezielte Sammlung und Vorbereitung schließen lassen.

Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise, dass der Mann Teil einer Organisation oder Gruppierung war – er soll allein gehandelt haben.

Polizei ermittelt wegen Amtsanmaßung

Die Polizeiinspektion Euskirchen ermittelt nun wegen Amtsanmaßung, ein Straftatbestand gemäß § 132 Strafgesetzbuch. Weitere mögliche Delikte stehen im Raum – unter anderem Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz, Missbrauch von Titeln und Berufsbekleidung, und eventuell auch Gefährdung von Patienten.

Ein Polizeisprecher betonte:

„Solche Vorfälle sind nicht nur strafrechtlich relevant, sondern stellen ein enormes Risiko für die Allgemeinheit dar. Wenn Laien sich als medizinische Fachkräfte ausgeben, kann das im Ernstfall Menschenleben kosten.“

Motiv noch unklar – psychologische Begutachtung möglich

Das Motiv des 61-Jährigen ist bislang unklar. Die Ermittler prüfen derzeit, ob psychologische oder ideologische Beweggründe eine Rolle spielen könnten. Auch wird untersucht, wie der Mann an die teils geschützten Geräte und Uniformen gelangen konnte. Eine forensische Untersuchung der Ausrüstung ist bereits eingeleitet.

Ob der Beschuldigte bereits in der Vergangenheit als „falscher Retter“ aufgetreten ist, ist derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen.

Hinweise aus der Bevölkerung erbeten

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise: Wer in der Vergangenheit ähnliche Beobachtungen gemacht hat oder mit dem Mann in Verbindung stand, wird gebeten, sich bei der Polizei Euskirchen zu melden. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Mann mehrfach in Uniformen aufgetreten ist, etwa bei Veranstaltungen, Unfällen oder medizinischen Notfällen.

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