In einem der größten Skandale der jüngeren kanadischen Polizeigeschichte sind sieben aktive Polizeibeamte des Toronto Police Service sowie ein ehemaliges Mitglied der Einheit festgenommen worden. Der Vorwurf: Korruption, Drogenschmuggel und sogar ein Komplott zum Mord an einem Justizbeamten.
Die Ermittlungen begannen nach einem schockierenden Vorfall im Juni 2025, bei dem laut Polizei mehrere Beamte versuchten, einen Bediensteten des Strafvollzugs an seinem Wohnort zu ermorden. Die Tat konnte vereitelt werden – doch was sich seither entfaltete, liest sich wie ein Krimi.
Polizei im Bann der organisierten Kriminalität
„Kein Teil der Gesellschaft ist immun gegen die Machenschaften organisierter Kriminalität. Aber wenn diese Strukturen bis in die Reihen der Polizei vordringen, ist der Schaden immens“, erklärte Torontos Polizeichef Myron Demkiw bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die sieben beschuldigten Polizisten wurden vorerst suspendiert, in einigen Fällen soll dies ohne Bezahlung geschehen.
Auftragsmord, Fentanyl und Bestechung
Zusätzlich zu den acht Polizisten wurden sieben Zivilisten festgenommen. Drei davon sollen direkt in das geplante Attentat auf den Strafvollzugsbeamten verwickelt gewesen sein. Die restlichen vier stehen im Verdacht, mit internationaler organisierter Kriminalität in Verbindung zu stehen – unter anderem wegen Bestechung, Erpressung und Informationsweitergabe aus Polizeisystemen.
Bei der aufwendigen Operation waren über 400 Polizeibeamte verschiedener Behörden beteiligt, darunter auch aus York, Toronto und der Ontario Provincial Police. Das Ausmaß der Enthüllungen sei „zutiefst enttäuschend und traurig für den Polizeidienst“, sagte Jim MacSween, Polizeichef der Region York.
Polizei präsentiert Überwachungsvideo
Ein brisantes Überwachungsvideo, das während der Pressekonferenz gezeigt wurde, zeigt drei maskierte Männer mit Handfeuerwaffen, die versuchten, mit einem Fahrzeug die Einfahrt zum Haus des Justizbeamten zu blockieren – dort stand zufällig ein Polizeifahrzeug, das gerammt wurde. Der Angriff konnte abgewehrt werden, bevor jemand zu Schaden kam.
Polizeichef bleibt – vorerst
Trotz des massiven Skandals erklärte Polizeichef Demkiw, er sei bislang nicht zum Rücktritt aufgefordert worden. Er räumte jedoch ein, dass das Vertrauen in die Polizei durch die Enthüllungen massiv erschüttert sei: „Es wird Zeit und Transparenz brauchen, um das Vertrauen wieder aufzubauen.“
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