Valentinstag. Der Tag, an dem Blumenhändler reich werden und Singles überlegen, ob sie Tinder noch eine letzte Chance geben. Doch 2026 scheint ein historischer Wendepunkt erreicht: Die Liebe soll wieder im echten Leben stattfinden. Mit Menschen. In 3D. Ohne Filter.
Nach Jahren des Wischens nach links (Nein), rechts (Vielleicht), oben (Super vielleicht) und unten (Versehen) haben viele genug. Das sogenannte „Onlinedating-Burn-out“ grassiert. Symptome: Chat-Müdigkeit, Profil-Überdruss und die chronische Frage: „Warum sieht er in echt nicht aus wie auf Foto 3?“
PowerPoint statt Profilbild
Statt Bio und Emoji setzen manche jetzt auf Events. Zum Beispiel: Freunde präsentieren Singles per PowerPoint. Folie 1: „Stärken“. Folie 2: „Warum er stubenrein ist“. Romantik trifft Business-Meeting.
Andere spazieren mit potenziellen Partnern und einem Alpaka durch den Wald. Warum Alpaka? Weil nichts „emotionale Reife“ signalisiert wie ein Tier mit Ponyfrisur.
Oder Speed-Dating am Skilift. Wer oben ankommt, ist verlobt oder hat zumindest Höhenangst geteilt.
Apps? „Nicht mehr vertrauenswürdig“
Dating-Apps verlieren Nutzer. Nicht, weil alle glücklich vergeben sind – sondern weil viele keine Lust mehr haben, mit Bots zu flirten. Gefühlt jedes dritte Profil wirkt wie eine Mischung aus KI, Fitnessstudio und Kryptowährung.
Und das Ghosting! Im echten Leben würde es seltsam wirken, wenn man jemanden anspricht und die Person einfach wortlos verschwindet. Online nennt man das Dienstag.
Zurück zum Fühlen
Psychotherapeuten berichten: Die Menschen sind müde vom Bewerbungsgespräch-Date. Lebenslauf, Ziele, Five-Year-Plan – fehlt nur noch die Gehaltsvorstellung.
Stattdessen wollen viele wieder echte Gespräche. Stimme hören. Mimik sehen. Vielleicht sogar – revolutionäre Idee – gemeinsam schweigen.
Die wichtigste Frage
Bevor man allerdings loszieht, gibt es laut Expertin eine entscheidende Frage:
„Würden Sie sich selbst daten?“
Falls die Antwort „Nur mit viel Wein“ lautet, sollte man vielleicht dort beginnen.
Bis dahin gilt:
Weniger wischen.
Mehr wagen.
Und wenn es schiefgeht – wenigstens ohne Akku-Probleme.
Kommentar hinterlassen