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Schalke auf Auswärtstrip – und die Schande reist mit

jorono (CC0), Pixabay
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Der FC Schalke 04 spielte am Samstag in Dublin ein Testspiel gegen den irischen Klub Bohemians – ein bisschen Kicken, ein bisschen Freundschaft, ein bisschen internationale Fußballromantik. Doch statt Sportsgeist brachte der Traditionsklub aus Gelsenkirchen offenbar wieder einmal das mit, was viele längst satt haben: eine Horde Testosteron-getriebener Ultras mit Gewaltfantasien.

Was war passiert?

Eine Fotografin wollte eigentlich nur ein paar harmlose Bilder machen – von dem, was sie zunächst für eine Parade hielt. Dumm nur, dass es keine Parade, sondern ein Ultra-Marsch war. Und der duldet offenbar keine Kameras, keine Zeugen und schon gar keine Außenstehenden. Die Kamera wurde ihr entrissen, ihr Begleiter zu Boden gestoßen – und dann getreten. Ja, gegen den Kopf, während er am Boden lag. Das alles auf offener Straße, in einem zivilisierten Land, vor laufender Kamera.

Die Täter? Schalke-„Fans“.

Man kann sich die Szene bildlich vorstellen: Halbstarke in blauen Trikots, aufgepumpt durch Gruppenzwang und Selbstüberschätzung, fühlen sich provoziert von… einer Kamera. Und weil Worte scheinbar Mangelware sind, wird gleich zur körperlichen Sprache übergegangen. Peinlich. Gefährlich. Widerlich.

Die Reaktion des Vereins? Das Übliche: Entschuldigung, Bedauern, Verweis auf die eigenen „Werte“. Worte wie aus dem Baukasten für PR-Krisen. Natürlich verurteilt man die Gewalt – wie jedes Mal. Natürlich will man aufarbeiten – wie immer. Natürlich äußert man sich vorerst nicht zu Details – Überraschung.

Doch seien wir ehrlich: Das ist kein Einzelfall mehr. Der Verein weiß um seine Problemfans. Die Polizei auch. Die Liga sowieso. Und trotzdem marschieren sie weiter – mit Fahnen, Pyros und einer Haltung, die eher an Straßengang als an Fußballliebe erinnert.

Ein „freundschaftlicher Kick“ in Irland wird zur internationalen Peinlichkeit. Ausgerechnet Schalke, der Klub der Malocher und Ehrlichen, wird zum Symbol für das, was im deutschen Fußball schiefläuft: Fan-Kultur als Deckmantel für Gewalt.

Wie lange wollen wir uns das eigentlich noch ansehen?

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