Saudi-Arabien baut seine Rolle als zentraler Unterstützer der syrischen Übergangsregierung weiter aus. Investitionsminister Chalid al-Falih kündigte am Samstag neue Großprojekte in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Luftfahrt und Infrastruktur an – mit stillschweigender Billigung der USA.
Ein neuer Investitionsfonds im Umfang von umgerechnet 1,7 Milliarden Euro soll unter anderem den Ausbau zweier Flughäfen in Aleppo finanzieren. Zudem plant Saudi-Arabien gemeinsam mit Syrien die Gründung der Fluggesellschaft Nas Syria, die Ende 2026 starten soll.
Im Telekommunikationssektor sind Investitionen von fast 1 Milliarde US-Dollar vorgesehen. Unter der Leitung des saudischen Konzerns STC soll Syrien ein Glasfasernetz erhalten und so zum Knotenpunkt zwischen Asien und Europa werden. Weitere Projekte betreffen den Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage zur Versorgung des Südens mit Trinkwasser.
Die Investitionen folgen der Aufhebung westlicher Sanktionen im Dezember 2025. Neben staatlichen Mitteln sollen auch private Gelder fließen. Riad sieht in Syrien eine strategische Partnerschaft – und will dem Einfluss Irans zuvorkommen, der mit dem früheren Assad-Regime verbündet war.
Bereits 2025 kündigte Saudi-Arabien Investitionen in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar an. Im Juli wurden Abkommen zu 47 Projekten geschlossen, darunter eine Zementfabrik und Hochhäuser in Damaskus. Laut Schätzungen könnten für den Wiederaufbau Syriens bis zu 1 Billion US-Dollar nötig sein.
Auch andere Länder zeigen Interesse: Die US-Firma Chevron und das katarische Unternehmen Power International planen Öl- und Gaserkundungen vor der syrischen Mittelmeerküste.
US-Sondergesandter Tom Barrack bezeichnete die saudischen Initiativen als „wichtigen Beitrag zur Stabilisierung Syriens“.
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