Die Volksrepublik China hat es mal wieder geschafft: Mit einem Handelsüberschuss von knapp 1,2 Billionen US-Dollar hat das Reich der Mitte eindrucksvoll bewiesen, dass es Weltmeister im Produzieren ist – nur nicht unbedingt im Konsumieren. Während in Europa und den USA Konsum als Lebensgefühl zelebriert wird, zeigt sich der chinesische Binnenmarkt eher wie ein introvertierter Teenager: ansprechbar, aber nicht wirklich motiviert.
Die Erfolgsformel? Mehr exportieren, als man selbst braucht – das Wirtschaftsprinzip nach dem Motto: „Was wir nicht essen, schicken wir raus.“ Der Westen darf also weiter fleißig chinesische Produkte kaufen – von der Zahnseide bis zum Elektro-SUV, powered by globaler Überkapazität.
Exportieren bis der Zoll kommt
Die EU wiederum ist not amused. In Brüssel diskutiert man bereits über diplomatische Notwehrmaßnahmen, z.B. durch den „Exportschutzhelm“, der europäische Märkte vor der gefürchteten Billigflut bewahren soll. Auch der IWF nickt besorgt und murmelt irgendwas von „globalen Spannungen“ – was in Ökonomisch etwa bedeutet: „Könnt ihr bitte aufhören, die Weltwirtschaft mit eurem Lagerbestand zu beschießen?“
Haushaltsgeräte für den Patriotismus
Immerhin: Peking will nun auch dem Konsum zur Parteikarriere verhelfen. Im neuen Fünfjahresplan wird das brave Austauschen alter Waschmaschinen und Toaster zum heroischen Akt der Wirtschaftsstärkung. Ab 2026 darf auch digital konsumiert werden – mit bis zu 500 Yuan Rabatt auf Smartwatches, damit die Bürger wenigstens stilvoll feststellen können, wie wenig sie sich leisten können.
Der Plan: Privatkonsum soll von mageren 40 Prozent auf 45 Prozent des BIP steigen. Das wäre ungefähr so, als würde man versuchen, mit fünf Litern Benzin einen Jumbojet zu starten – aber hey, jeder Anfang ist schwer.
Immobilienmarkt: Stillstand mit Stil
Währenddessen taumelt der Immobiliensektor weiter munter vor sich hin. Der neueste Fall: China Vanke, ehemals Baulöwe, heute Schuldenkätzchen mit Bittsteller-Ausweis. Ein Aufschub nach dem nächsten, aber immerhin stehen die Bauruinen schon mal – halbfertig und wetterfest.
Hightech als Heftpflaster
Die vermeintlich hippen Zukunftsbranchen – KI, E-Autos, Solar, Robo-Tamagotchis – geben sich Mühe, aber gegen die Lawine aus Immobilien- und Infrastruktur-Kater helfen sie etwa so gut wie ein Teebeutel bei einem Rohrbruch. Die Wirtschaft wächst zwar noch, aber mit der Dynamik einer müden Pandabärin auf Valium.
Fazit: Die Zahlen stimmen, der Rest ist… kreativ
Unterm Strich bleibt: Chinas Wirtschaft meldet traumhafte Exportzahlen und hofft, dass niemand merkt, wie sehr der Rest schwächelt. Rekordüberschuss ja, Rekordgesundheit eher nein. Aber keine Sorge – wenn’s gar nicht mehr läuft, gibt’s bestimmt bald eine Rabattaktion auf Volkswirtschaften im Sonderangebot.
Titelvorschläge für diesen Beitrag:
- „Made in China – Used by Everyone Else“
- „Wirtschaft im Exportmodus: Schöne Zahlen, schlechte Laune“
- „Chinas Bilanz: Glänzender Export, rostiger Innenmarkt“
- „Reis aus, Konsum rein – Pekings neuer Plan B(innennachfrage)“
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