In einer Welt, in der Fake News und Verschwörungstheorien allgegenwärtig sind, sorgt eine neue Enthüllung für Aufregung: Santa Claus ist nicht real! Zumindest behaupten das einige Schilder an einem Hausfenster entlang der Strecke der beliebten Santa Claus Parade in Brantford, einer sonst friedlichen Stadt westlich von Toronto.
Die Schilder – laut Zeugen in buntem Bastelstil mit der Feinfühligkeit eines Vorschlaghammers – trugen Botschaften wie:
„Santa ist fake!“
„Deine Eltern sind der Weihnachtsmann.“
„Deine Familie kauft deine Geschenke.“
Ein echter Festtagsdowner. Verständlich also, dass sich mehrere empörte Bürger nicht mit einem beleidigten Zimtstern zurückzogen, sondern gleich die Polizei riefen. Der Vorwurf: emotionaler Hausfriedensbruch am Herzen des weihnachtlichen Kanadas.
Doch die Polizei reagierte besonnen:
„Es ist nicht illegal, ein Grinch zu sein.“
Man bat den Schilderverantwortlichen freundlich, seine Wahrheitsbomben abzuhängen – nicht etwa, weil sie gegen Gesetze verstießen, sondern gegen den guten Geschmack in der Adventszeit. Und weil sie einfach verdammt unhöflich sind.
Zwischen Meinungsfreiheit und Zuckerstangen-Diplomatie
Die Schilder befanden sich auf privatem Grundstück, also greift hier Kanadas Meinungsfreiheit. Das Resultat: Die Polizei konnte nur appellieren, nicht konfiszieren.
„Wir ermutigen alle, den Geist der Saison zu umarmen“, hieß es offiziell.
(Eine ungewöhnliche Formulierung für eine Polizeibehörde, die klingt, als sei sie direkt aus einem Hallmark-Film gefallen.)
In den sozialen Medien brach unterdessen der erwartbare Shitstorm los. Von „absolut widerlich“ bis „Warum ruft man wegen sowas die Polizei?!“ reichte das Spektrum – irgendwo zwischen digitalem Adventskranz und wütendem Emoji.
Kein Einzelfall – Historie der Weihnachtsverderber
Ein Blick zurück zeigt: Die Anti-Santa-Bewegung ist älter als man denkt. Bereits 1979 wurde in Toronto ein Mann verhaftet, der mit einem Schild durch die Innenstadt zog:
„Runter mit Santa! Hoch mit der Wahrheit! Hört auf, die Kinder anzulügen!“
2018 dann der Höhepunkt der Festtags-Sabotage: In Texas wurde ein Santa-Kritiker vor einer Kirche festgenommen, weil er Kindern vor Ort die Illusion raubte. Ergebnis: Hausverbot und wahrscheinlich lebenslänglich auf der „Naughty List“.
Fazit:
Kanada bleibt höflich – selbst zu Grinchs.
Aber wer mitten auf der Weihnachtsparade das rotgewandete Symbol kindlicher Freude demaskieren will, sollte sich auf eines gefasst machen:
Kein Gesetz wird ihn stoppen.
Aber 30.000 festlich gestimmte Kanadier mit heißem Kakao – die schon.
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