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Sammelklage: Mehr als 15.000 Hotels ziehen gegen Booking.com vor Gericht

maxfranke (CC0), Pixabay
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Das internationale Reiseportal Booking.com sieht sich mit einer groß angelegten Sammelklage konfrontiert. Nach Angaben der europäischen Hotelallianz Hotrec haben sich inzwischen über 15.000 Hotels aus verschiedenen Ländern der Klage angeschlossen. Die Frist zur Teilnahme sei inzwischen abgelaufen.

Hotels werfen Booking.com Wettbewerbsbeschränkung vor

Kern der Klage ist der Vorwurf, dass Booking.com seine Vertragspartner jahrelang durch sogenannte „Preisparitätsklauseln“ benachteiligt habe. Demnach durften Hotels ihre Zimmer auf der eigenen Webseite oder über andere Plattformen nicht günstiger anbieten als auf Booking.com. Wer sich nicht daran hielt, riskierte, im Ranking der Plattform schlechter platziert oder ganz ausgeschlossen zu werden.

Schadenersatzforderung

Mit der Sammelklage wollen die beteiligten Hotels nun Schadenersatz für die ihnen entstandenen finanziellen Nachteile durchsetzen. Laut Hotrec stammen die meisten Teilnehmer aus Italien, gefolgt von Deutschland und den Niederlanden. Insgesamt repräsentiert die Klage damit einen erheblichen Teil der europäischen Hotellerie.

Hintergrund: Streit seit Jahren

Der Streit um die Preisvorgaben läuft seit Jahren. In mehreren europäischen Ländern – darunter Deutschland, Frankreich und Italien – hatten Wettbewerbsbehörden die umstrittenen Klauseln bereits als rechtswidrig eingestuft. Dennoch hielten Plattformen wie Booking.com lange Zeit an strikten Vorgaben fest.

Hotrec argumentiert, dass die Hotels dadurch über Jahre Umsatzchancen verloren und höhere Provisionszahlungen an Booking.com leisten mussten.

Bedeutung für die Branche

Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte sie einen Präzedenzfall schaffen und die Geschäftsmodelle großer Online-Buchungsplattformen grundlegend verändern. Für Hotels würde das bedeuten, ihre Preise wieder freier gestalten zu können – ein Vorteil im Wettbewerb um Direktbuchungen.

Booking.com hat sich bislang nicht ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Beobachter rechnen jedoch mit einem langen Rechtsstreit, da es um potenziell milliardenschwere Entschädigungen geht.

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