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Russland sperrt SIM-Karten – Drohnenabwehr mit Mobilfunkromantik

Motorolla (CC0), Pixabay
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Im Kampf gegen ukrainische Drohnen hat der russische Staat nun ein neues, hochmodernes Verteidigungssystem aktiviert: die 24-Stunden-Handy-Auszeit.

Wer mit seiner SIM-Karte aus dem Ausland nach Russland zurückkehrt, muss sich ab sofort darauf einstellen, dass das Smartphone erstmal in den digitalen Bunker geschickt wird. Kein Internet, keine SMS, keine Anrufe – nur Funkstille. Das russische Digitalministerium nennt das beschwichtigend eine „Abkühlphase“ – denn nichts sagt „Willkommen zurück“ so charmant wie ein plötzlicher Netzausfall.


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Begründung gefällig? Man wolle sicherstellen, dass die SIM-Karte nicht in einer ukrainischen Drohne steckt.

Ja, richtig gelesen. Die SIM-Karte muss sich nun erstmal verdächtig machen, bevor sie wieder WhatsApp öffnen darf. „Wenn eine SIM-Karte aus dem Ausland kommt, muss man sicher sein, dass sie von einer Person verwendet wird – und nicht in eine Drohne eingebaut ist“, erklärte das Ministerium auf Telegram.

Telegram – wohlgemerkt jene App, über die sich viele Menschen in Russland überhaupt erst noch informieren können. Zumindest solange die App nicht auch unter Drohnenverdacht steht.

Drohnenkrieg trifft Mobilfunkvertrag

Offiziell heißt es: SIM-Karten mit aktivem mobilem Internet könnten sich in feindlichen unbemannten Flugobjekten befinden. Weil offenbar die größte Gefahr für Russland nicht in Raketen oder Sprengladungen liegt, sondern in einer roamingfähigen 5G-Verbindung.

Die Lösung? Sperren, was geht – und wenn der Nutzer kein Kamikaze-Kopter ist, kann er sich ja „per Link oder Anruf“ beim Anbieter identifizieren.

Natürlich nur, wenn der Anruf ohne Netz funktioniert. Viel Glück dabei.

Reservisten gegen Router

Und weil man Drohnen bekanntlich nicht nur mit Flugabwehr, sondern auch mit Uniformen aufhalten kann, wurden nun in der Region St. Petersburg die ersten Reservisten zum Schutz vor Sabotageakten und fliegenden WLANs abkommandiert.

So mancher denkt nun vielleicht an Panzer, Radarsysteme oder Lasergeschütze. Die russische Führung denkt eher an: Menschen mit Feldstechern und Notizblöcken. Man weiß ja nie, ob der nächste Lieferwagen mit WLAN-Hotspot nicht gleich ein Angriff ist.

Fazit:

Russland geht neue Wege in der Sicherheitspolitik. Wo früher Raketen flogen, fliegen jetzt SIM-Karten in die Quarantäne. Und wer telefonieren will, muss erstmal beweisen, dass er kein selbstgesteuertes Flugobjekt ist.

Der Drohnenkrieg hat offiziell das Netz erreicht – und der Feind ist eine 10-stellige Nummer mit Datenvolumen.

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