Im Ringen um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine hat Russland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erstmals konkrete Bedingungen für eine mögliche Waffenruhe formuliert. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärte, sein Land sei grundsätzlich zu einer Feuerpause und anschließenden Verhandlungen bereit – jedoch nicht bedingungslos.
Zentrale Forderungen Moskaus seien ein vollständiger Stopp westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine sowie ein Ende der Mobilmachung ukrainischer Streitkräfte. Nur unter diesen Voraussetzungen, so Nebensja, könne es zu einer echten Feuerpause kommen, die wiederum den Weg für „eine nachhaltige politische Lösung“ ebne.
Die Reaktion aus Kiew fiel erwartungsgemäß ablehnend aus. Die ukrainische Regierung fordert eine sofortige Waffenruhe – ohne Vorbedingungen. Alles andere sei ein Ablenkungsmanöver, um Zeit zu gewinnen, hieß es aus Regierungskreisen.
Während auf diplomatischer Bühne erneut zaghafte Gesprächsbereitschaft signalisiert wird, bleibt die Lage im Land angespannt. In der Nacht kam es erneut zu Drohnenangriffen auf beiden Seiten. Details zu Schäden oder Opfern wurden bislang nicht bekannt.
Trotz dieser angespannten Ausgangslage gibt es Hoffnung auf Fortschritte: Für Montag ist eine neue Verhandlungsrunde in Istanbul angesetzt. Dort sollen Vertreter beider Seiten unter internationaler Vermittlung erneut über Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts beraten.
Ob es tatsächlich zu einer Annäherung kommt, ist ungewiss – zu tief scheinen die Gräben, zu unvereinbar die Positionen. Doch allein die Tatsache, dass gesprochen wird, nährt zumindest die Hoffnung auf eine Entschärfung des blutigen Konflikts.
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