Die Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro durch US-Truppen ist nicht nur ein geopolitisches Beben – sie markiert den politischen Triumph von US-Außenminister Marco Rubio. Der Sohn kubanischer Einwanderer, lange ein Hardliner gegen autoritäre Regime in Lateinamerika, hat nun de facto die Kontrolle über Venezuela übernommen – gemeinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, die einst Maduros rechte Hand war.
Vom Tee in Miami zur Macht in Caracas
Rubios Weg führte vom Kind der Exilgemeinde in Miami über die republikanischen Machtzirkel bis in die engste Beraterrolle von Donald Trump. Bereits als Senator drängte er auf eine militärische Lösung in Venezuela – mit Erfolg: Trump ließ sich 2025 von diplomatischen Verhandlungen abbringen und gab dem harten Kurs nach. Der anschließende US-Militäreinsatz in Caracas endete mit Maduros Gefangennahme.
„Das war Rubios Moment“, sagen Weggefährten – und Beobachter sehen nun in ihm nicht nur den Architekten der US-Strategie, sondern auch den eigentlichen Statthalter Venezuelas im Namen Washingtons.
Ein Dilemma: Demokratie vs. Kontrolle
Offiziell sprechen Trump und Rubio von einer „sicheren, ordentlichen und gerechten Übergangsphase“ für Venezuela. Doch demokratische Wahlen, wie sie Rubios politische Ziehfigur María Corina Machado gefordert hatte, bleiben vorerst aus. Stattdessen kooperiert Rubio mit Maduros früherer Vizepräsidentin Rodríguez – ein Spagat zwischen Pragmatismus und Ideologie.
Überforderung programmiert?
Kritik kommt zunehmend auch aus den eigenen Reihen. Rubio vereint mittlerweile mehrere Schlüsselrollen – Außenminister, Sicherheitsberater und Venezuela-Beauftragter. Ex-Obama-Berater Brett Bruen warnt: „Das ist eine unmögliche Aufgabe für einen Einzelnen – das kann nicht gutgehen.“
Die Zukunft Venezuelas – und Rubios Ruf als Macher – hängen nun davon ab, ob es gelingt, echte Stabilität und Demokratie zu bringen. Der Exilsohn aus Miami steht im Rampenlicht – doch der Grat zwischen Held und Überforderter ist schmal.
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