Was einst als glänzender Investment-Traum in funkelnden Farben begann, endet nun im tristen Grauton des Insolvenzrechts. Die Wiener Edelsteinfirma The Natural Gem GmbH, einst selbsternannter Kurator für Reichtum in Rot, Blau und Grün, hat beim Handelsgericht Wien die weiße Fahne gehisst – pardon: Insolvenz beantragt.
6,6 Millionen Euro Schulden – dafür hätte man wenigstens einen Sack Saphire erwarten dürfen. Aber nein, statt Rendite gab’s Differenzen in der Geschäftsführung und Umsatz wie ein Diamant in der Säurewäsche: von über 20 Millionen auf magere zwölf Millionen im Jahr 2023 abgeschmolzen. Man nennt das wohl „karatmäßigen Kollaps“.
Die gute alte Sparkasse Niederösterreich Mitte West dürfte sich jetzt wünschen, sie hätte lieber in Kieselsteine investiert – satte vier Millionen Euro Engagement sind wohl endgültig im Basaltgestein der Kapitalvernichtung verschütt gegangen.
Farbedelsteinfonds? Mehr Fata Morgana als Finanzprodukt. 2019 noch großspurig angekündigt als erstes seiner Art, landete der „Natural Gemstone Fund One“ nicht etwa in Portfolios, sondern in einer Dissertation. Immerhin! Anlegergeld? Kam nie. Rückzug eines „wichtigen Kapitalgebers“ – wahrscheinlich war dem der Rubin plötzlich zu rot.
Und wenn’s mal läuft, dann gleich richtig in die falsche Richtung: Interne Machtspiele, Geschäftsführungs-Zoff, Verkaufszahlen im Keller und eine Belegschaft mit „selbst verursachter geringerer Leistung“ – das klingt nicht nach Edelsteinhandel, sondern nach Comedy Gold.
Nicht zu vergessen: Tokenisierte Steine für die TikTok-Generation. 2023 wollte man mit digital verpackten Rubinen die Krypto-Kids ködern – mit Lizenz von einem echten Habsburger. Kein Witz. Aber auch kein Erfolg. Wer hätte gedacht, dass sich ein 400-karätiger Smaragd auf der Blockchain nicht ganz so geschmeidig verkaufen lässt wie ein NFT-Panda mit Sonnenbrille?
Vertrieb? Natürlich über Tippgeber! Man kennt’s: Wenn’s nicht reicht für eine seriöse Anlageberatung, dann wenigstens ein schneller Tipp aus dem Golfclub oder dem WhatsApp-Status. Ob sich diese Tippgeber jetzt auch in den Gläubigerlisten wiederfinden, ist noch unklar – aber überraschen würde es niemanden.
Und jetzt? The Natural Gem will sanieren, bietet den Gläubigern großzügige 20 Prozent an und behauptet, der Geschäftsbetrieb laufe weiter „in vollem Umfang“. Na dann: viel Glück bei der nächsten Smaragd-Rückgabe!
Bleibt zu hoffen, dass Anleger aus dieser Farce lernen: Nur weil’s glänzt, ist es noch lange kein Gold. Manchmal ist es auch einfach nur… Glas mit Insolvenzschleier.


Erneut ein invest von Grund Höfler und k.h.wieder, gibt es überhaupt ein investment von den 3 selbst ernannten Spezialisten für Kapitalanlagen und unternehmerische Beteiligungen ?