In einem Interview mit USA TODAY erklärte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., dass er seit 2005 keine Grippeimpfung mehr erhalten habe – aus Sorge vor Nebenwirkungen. Seine Stimme sei seither durch eine neurologische Erkrankung namens spasmodische Dysphonie stark beeinträchtigt – und laut Kennedy sei eine Impfung „eine mögliche Ursache“.
„Ich weiß nicht, ob es die Grippeimpfung war. Aber ich kann es auch nicht ausschließen“, sagte Kennedy. „Es ist ein möglicher Übeltäter.“
Die Erkrankung, auch laryngeale Dystonie genannt, verursacht unkontrollierbare Muskelkrämpfe im Kehlkopf – die Stimme klingt dadurch oft gepresst oder brüchig. Kennedy ist seit Jahren für seine markante Sprechweise bekannt. Die Dystonia Medical Research Foundation widerspricht jedoch seiner Theorie deutlich: Impfungen verursachen keine Dystonie, betont die Organisation. Im Gegenteil – manche Impfstoffe könnten sogar vor bestimmten Formen der Erkrankung schützen.
Kennedy betonte, er sei nicht gegen Impfungen, sondern fordere lediglich umfassendere Sicherheitsstudien über mögliche Nebenwirkungen.
„Ich bin kein Impfgegner. Ich habe das tausendfach gesagt“, betont er. „Aber wir müssen Impfstoffe so testen, dass Menschen die Risiken verstehen – und wir sie wissenschaftlich nachvollziehen können.“
Kennedy hatte in der Vergangenheit wiederholt Kritik an Impfstoffen geäußert und ist damit zu einer umstrittenen Figur im politischen und medizinischen Diskurs geworden. Seine Aussagen werden von vielen Fachleuten als irreführend oder unbelegt eingestuft. Auch bei seinen Präsidentschaftsambitionen als unabhängiger Kandidat 2024 spielte seine Haltung zu Impfstoffen eine Rolle – insbesondere während und nach der Corona-Pandemie.
Die Wissenschaft ist sich einig: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Grippeimpfstoffe Dystonie auslösen. Kennedys Spekulation bleibt eine persönliche Anekdote – ohne wissenschaftliche Grundlage. Doch sein Appell nach mehr Transparenz bei Impfstudien dürfte trotz allem bei einem Teil der Bevölkerung Anklang finden. Ob das jedoch ausreicht, um Vertrauen in seine Politik zu gewinnen, bleibt fraglich.
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