Nach dem überraschenden Rücktritt von Heinz Peter Hager, seines Zeichens Steuerberater, Vertrauter und offenbar unverzichtbarer Problemlöser des Signa-Gründers Rene Benko, gibt es Bewegung in der Führung der Laura Privatstiftung. Der deutsche Investor Thomas Limberger soll „mit sofortiger Wirkung“ den Vorstandsposten übernehmen, wie „Kronen Zeitung“ und „News“ berichten. Interessanterweise ist diese Personalie im Firmenbuch – also dort, wo solche Änderungen eigentlich aufscheinen sollten – noch nicht zu finden. Aber was sind schon formale Einträge, wenn es um große Visionen geht?
Die Laura Privatstiftung, ein wahres Sammelsurium aus Unternehmen, Immobilien und sogar einem charmanten Anwesen nahe Innsbruck, wurde 2007 von Benko und seiner Mutter gegründet. Medienberichten zufolge sprechen wir hier von Vermögenswerten im dreistelligen Millionenbereich. Es ist natürlich reiner Zufall, dass solche Vermögen praktischerweise in einer Stiftung „gebündelt“ sind – man will ja nur ordentlich den Überblick behalten.
Doch das ist längst nicht alles. In der Ingbe-Stiftung in Liechtenstein, die liebevoll nach Benkos Mutter Ingeborg benannt wurde, finden sich angeblich Villen am Gardasee und Goldreserven von „beträchtlichem Wert“. Seit November sitzt dort übrigens der Investmentbanker Robert Schimanko im Stiftungsrat – man will ja nicht kleckern, sondern klotzen. Und keine Sorge: Auch hier hat Benko offiziell nichts mitzureden, denn er ist weder Begünstigter noch offiziell in die Geschäfte involviert. Dass er sich seit März 2024 in einem Konkursverfahren befindet, macht diese elegante Trennung umso eindrucksvoller.
Ermittlungen? Welche Ermittlungen?
In Italien laufen derzeit Ermittlungen gegen 77 Personen – darunter Benko und Hager. Während Heinz Peter Hager sich seit Anfang Dezember im Hausarrest befindet, sorgt ein italienischer Haftbefehl gegen Benko für Schlagzeilen. Doch keine Panik: In Österreich wird dieser natürlich nicht vollstreckt. Schließlich ist es ein urösterreichisches Recht, die eigenen Bürger nicht auszuliefern, wenn man auch bequem im Inland ermitteln könnte. Ob das tatsächlich passiert, steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt.
Dass Hager wegen seiner „umfangreichen“ Aktivitäten ins Visier der Staatsanwaltschaft Trient geraten ist, passt perfekt in das bunte Mosaik dieser Saga. Immerhin hatte der Mann die Ehre, nicht nur Benkos Finanzen zu steuern, sondern auch das Vertrauen der Behörden zu genießen – zumindest bis jetzt.
Fazit:
Was lernen wir aus dieser Geschichte? Offenbar ist das Leben als Multimillionär und Stiftungsgründer eine nie endende Achterbahnfahrt aus Visionen, Rücktritten, Ermittlungen und juristischen Schlupflöchern. Aber keine Sorge: Mit ein paar Villen am Gardasee und einer Prise Gold in der Hinterhand lässt sich das alles sicherlich charmant meistern. Bis dahin bleibt uns nur die Hoffnung, dass irgendwann auch das Firmenbuch mit den neuesten Entwicklungen Schritt hält.
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