Startseite Allgemeines RAF-Terroristin Daniela Klette angeklagt – ein Kapitel deutscher Geschichte holt die Gegenwart ein
Allgemeines

RAF-Terroristin Daniela Klette angeklagt – ein Kapitel deutscher Geschichte holt die Gegenwart ein

geralt (CC0), Pixabay
Teilen

Mehr als 30 Jahre nach den Taten erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßliche frühere RAF-Terroristin Daniela Klette. Der 67-Jährigen wird unter anderem 20-facher versuchter Mord im Zusammenhang mit einem Anschlag auf die US-Botschaft in Bonn im Jahr 1991 vorgeworfen.

Klette war im Februar 2024 nach jahrzehntelangem Leben im Untergrund in Berlin festgenommen worden. Parallel steht sie bereits wegen mutmaßlicher Raubüberfälle vor Gericht. Nun rückt ihre mögliche Rolle im Terrornetzwerk der RAF erneut in den Fokus.

Wer war die RAF?

Die Rote Armee Fraktion (RAF) war eine linksextremistische Terrororganisation in Deutschland, die in den 1970er-, 80er- und 90er-Jahren aktiv war. Sie verstand sich selbst als „Stadtguerilla“ im Kampf gegen den Staat, den sie als imperialistisch und unterdrückend ansah.

In der Realität bedeutete das: Banküberfälle, Entführungen und zahlreiche tödliche Anschläge.

Zu den bekanntesten Taten gehören:

  • die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback (1977)
  • die Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer (1977)
  • zahlreiche Bombenanschläge auf staatliche Einrichtungen, US-Einrichtungen und Wirtschaftsvertreter

Die RAF agierte in mehreren Generationen. Während die erste Generation um Baader, Meinhof und Ensslin bekannt wurde, setzte die sogenannte dritte Generation, zu der auch Klette gezählt wird, die Gewalt in den 80er- und 90er-Jahren fort – deutlich konspirativer, aber weiterhin tödlich.

Der konkrete Vorwurf

Im aktuellen Fall geht es um den Angriff auf die US-Botschaft in Bonn 1991. Laut Ermittlern sollen dabei zahlreiche Menschen bewusst in Gefahr gebracht worden sein – daher der Vorwurf des mehrfachen versuchten Mordes.

Der Fall zeigt, wie lange die Schatten der RAF reichen. Viele Taten dieser Zeit sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Vom Untergrund in den Alltag

Besonders bemerkenswert: Daniela Klette lebte über Jahrzehnte unerkannt in Deutschland. Erst 2024 wurde sie gefasst – ein Umstand, der auch Fragen an die Sicherheitsbehörden aufwirft.

Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass ehemalige RAF-Mitglieder ihren Lebensunterhalt später durch Raubüberfälle finanziert haben könnten – fernab jeder politischen Ideologie, eher aus praktischen Gründen.

Fazit

Der Fall Klette ist mehr als ein Strafverfahren. Er ist ein spätes Kapitel deutscher Terrorgeschichte – und zeigt, dass selbst Jahrzehnte später noch juristische Aufarbeitung möglich ist.

Oder anders gesagt:
Die RAF ist Geschichte – ihre Taten sind es nicht.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Offene Fragen an TGI-Anwalt Dr. Weik: Prüfung oder bloße Verteidigung?

Die Antwort des Wiener Rechtsanwalts Dr. Robert Weik auf die Presseanfrage von...

Allgemeines

Rechtsanwalt Robert Weik aus Wien ein neuer TGI AG Rechtsanwalt?

Nun, wir haben ja schon einige Kanzleien kennengelernt in Sachen TGI AG...

Allgemeines

Freundschaft, Kalaschnikow und ein bisschen Weltpolitik

Manche bringen Blumen mit, andere Pralinen – Alexander Lukaschenko bringt zum Staatsbesuch...

Allgemeines

Epstein-Skandal erreicht Sarah Ferguson – US-Politiker erhöhen den Druck

Der Epstein-Skandal holt erneut prominente Namen ein – und diesmal rückt Sarah...