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Rachepräsident

reidy68 (CC0), Pixabay
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TRUMP VS. DER TIEFE STAAT: DIE RACHE DES Orangefarbenen

Donald Trump, Amerikas lebendig gewordene Talkshow, hat wieder einmal zugeschlagen – diesmal mit einer Anklage gegen Ex-FBI-Chef James Comey und einem deutlichen Hinweis: „Da kommen noch mehr.“

Auf die Frage, ob es eine „Liste“ gäbe, antwortete Trump gewohnt diplomatisch mit: „Keine Liste. Aber andere folgen.“ Was ungefähr so beruhigend klingt wie: „Keine Haie im Wasser. Nur ein paar hungrige Bekannte.“

Comey, der Unbeugsame

Comey reagierte mit gebrochener Stimme und gebrochenem Herzen – auf Instagram. Zwischen Influencer*innen, Katzenvideos und Werbungen für Proteinpulver meldete sich der Ex-FBI-Chef mit einer Videobotschaft: „Ich bin unschuldig. Und ja, es bricht mir das Herz.“ Bonuspunkte für Drama, aber auch für Zivilcourage: Comey erklärte, er habe keine Angst vor Trump – und hoffe, „ihr habt auch keine“. Ein Satz, den er wohl in jeden Glückskeks der nächsten Wahlperiode drucken lassen will.

Justizministerin Bondi – jetzt exklusiv bei „Trump & Friends“

Die Anklage gegen Comey war kein Zufall. Trump hatte bereits in einem seiner berühmten Social-Media-Manifestationen („Tweets“ darf man das ja nicht mehr nennen) auf Großbuchstaben-Modus geschaltet:
„GERECHTIGKEIT MUSS WALTEN, JETZT!!!“

Seine Justizministerin Pam Bondi – eine Mischung aus Staatsanwältin, Influencerin und persönlicher Cheerleaderin des Präsidenten – hörte offenbar den Ruf. Und zack! Die Anklage war da. Natürlich ganz unabhängig. Ganz sachlich. Und ganz bestimmt nicht politisch motiviert. Niemals.

Anklage gegen Comey: Der Anfang vom „Reinigungsdienst“?

Die Vorwürfe gegen Comey: Falschaussage, Behinderung des Kongresses, schlechte Vibes. Kurz: Der Typ hat Trump mal widersprochen – das reicht heute offenbar für eine Anklage in drei Akten. Die offizielle Begründung: „Niemand steht über dem Gesetz.“ Die inoffizielle: „Niemand steht über Trump.“

Kash Patel – vom Trump-Twitter-Fan zum FBI-Chef

Neu im Amt und schon voll im Trump-Modus: Kash Patel, der neue FBI-Chef (weil offenbar keine objektiv qualifizierte Person Zeit hatte), nannte die vorherige FBI-Führung „korrupt“. Und warum auch nicht? Wenn man schon eine Bundesbehörde wie eine Facebook-Gruppe leitet, darf man auch mal kräftig draufhauen.

Kritiker werfen Patel übrigens vor, nicht unabhängig zu agieren. Wer hätte das gedacht? Er gilt als so loyal gegenüber Trump, dass selbst sein Passwort vermutlich „maga2024“ lautet.

Bondi und Patel: America’s Next Topjuristen

In einer gemeinsamen Erklärung versicherten Bondi und Patel, dass ihr Handeln ganz sicher auf Gerechtigkeit und nicht auf Rache basiere. Gleichzeitig klingt alles wie das Drehbuch einer Realityshow:
„Diese Woche bei Justiz mal anders: Wird Comey weinen? Kommt Obama als nächster? Und wer hat den geheimen Gerichtsbeschluss gestohlen?“

Kritik? Nein danke. Wir arbeiten hier mit alternativen Tatsachen.

Juristische Fachleute, Journalisten und andere Spielverderber sehen in Trumps Verhalten eine gezielte Machtdemonstration – eine Art Bananenrepublik in Übergröße. Aber Trump bleibt gelassen. Er hat andere Sorgen. Zum Beispiel: Wer kommt als Nächstes auf seine imaginäre Nicht-Liste?

  • Hillary?

  • Hunter?

  • Der Fön, der ihm 2018 davongeflogen ist?

Fazit: Die neue Justiz – powered by Ego

Während sich die USA fragen, ob sie noch eine Demokratie oder schon eine düstere Polit-Sitcom sind, feiert Trump auf Truth Social weiter sein Comeback als selbsternannter Sheriff der Nation. Der Titel seiner nächsten Rede ist vermutlich bereits geschrieben:

„GERECHTIGKEIT IN AMERIKA! – oder: Wie ich lernte, nicht mehr auf Checks and Balances zu achten.“

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