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Querdenker

petahmayer (CC0), Pixabay
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In einem beunruhigenden Déjà-vu versammelten sich am Wochenende mehrere Tausend Anhänger der sogenannten Querdenken-Bewegung im Herzen Berlins. Die genaue Teilnehmerzahl blieb zunächst unklar, da die Polizei offenbar Schwierigkeiten hatte, die Menge einzuschätzen – ein Umstand, der Fragen zur Vorbereitung der Behörden auf solche Großveranstaltungen aufwirft.

Unter dem irreführenden Banner der „Aufarbeitung“ forderten die Demonstranten auf Transparenten Konsequenzen für die Verantwortlichen der Corona-Maßnahmen. Dabei ignorierten sie geflissentlich die Tatsache, dass diese Maßnahmen von Experten weltweit als notwendig erachtet wurden, um Menschenleben zu schützen.

Die Querdenken-Bewegung, die sich während der Pandemie in verschiedenen deutschen Städten formierte, hat sich in der Vergangenheit als Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und rechtsextreme Gruppen erwiesen. Ihre wiederholten öffentlichen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen waren oft von Verstößen gegen Hygienevorschriften, aggressivem Verhalten gegenüber Journalisten und der Verbreitung von Fehlinformationen geprägt.

Besorgniserregend ist, dass diese Bewegung auch Jahre nach dem Höhepunkt der Pandemie noch immer in der Lage ist, Tausende zu mobilisieren. Dies deutet auf ein anhaltendes Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen und demokratischen Institutionen hin, das tief in Teilen der Gesellschaft verwurzelt zu sein scheint.

Kritiker warnen davor, dass solche Veranstaltungen nicht nur die öffentliche Gesundheit gefährden könnten, sollte es zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen kommen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt untergraben. Sie fordern eine stärkere Auseinandersetzung mit den Ursachen für die Anziehungskraft solcher Bewegungen und mehr Anstrengungen in der politischen Bildung.

Während die Demonstranten ihr vermeintliches Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nahmen, blieben die Stimmen derer, die unter den Folgen der Pandemie gelitten haben oder Angehörige verloren haben, ungehört. Es bleibt abzuwarten, wie Politik und Gesellschaft langfristig mit dieser Herausforderung für den demokratischen Diskurs umgehen werden.

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