Shrooomy (CC0), Pixabay
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Russlands Präsident Wladimir Putin wird demnächst nicht beim G-20-Gipfel im November in Rio de Janeiro auftauchen – eine Entscheidung, die gestern während eines Pressegesprächs in Moskau verkündet wurde. Offensichtlich hat der Kreml-Chef keinen besonderen Drang, sich dem internationalen Rampenlicht zu stellen, vor allem angesichts des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn.

„Ich habe doch wunderbare freundschaftliche Beziehungen zu Präsident Lula“, ließ Putin verlauten. „Warum sollte ich da extra hinreisen, nur um den reibungslosen Ablauf dieses wichtigen Forums zu stören?“ Wie großzügig von ihm, sich selbst so bescheiden zurückzunehmen, um den anderen Staats- und Regierungschefs nicht den Tag zu verderben.

Natürlich wird Russland eine „angemessene Vertretung“ für das Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Brasilien finden. Außenminister Sergej Lawrow hat in den vergangenen Jahren ja schon fleißig geübt, Putins Stuhl warmzuhalten, und wird vermutlich wieder in diese Rolle schlüpfen.

Doch wer braucht schon den G-20-Gipfel, wenn man in Moskau den eigentlichen „außenpolitischen Höhepunkt des Jahres“ vorbereitet? Nächste Woche steht das Treffen der BRICS-Staaten – bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – in Kasan an, und das ist laut Kreml das wirklich bedeutende Event. Schließlich lädt Putin auch gleich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ein, um beim BRICS-Gipfel über den Nahost-Konflikt zu plaudern. Nebenbei erwähnt, soll die Staatengruppe offen für neue Mitglieder sein. Offenbar sind Einladungen hier eher nach dem Prinzip „je mehr, desto besser“ verteilt.

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