Thomas Bremer (pro):
Meine Güte, Herr Blume, wer randaliert, soll zahlen – so einfach ist das. Wenn ein Club weiß, dass beim Heimspiel gegen den Erzrivalen regelmäßig der halbe Stadionzaun in die Elbe wandert, dann muss er halt dafür sorgen, dass der Zaun diesmal stehen bleibt. Und wenn er das nicht kann oder will, soll er eben an der Polizeikasse vorbeischauen. Sie wissen schon: Verursacherprinzip.
Jens Blume (contra):
Herr Bremer, das ist populistisch! Wir reden hier nicht vom FC Investmentbanking München, sondern von Drittligisten, die im Vereinsheim noch selbst den Kaffee kochen. Sollen die jetzt Insolvenz anmelden, weil sich zwei Leute in der Fankurve nicht benehmen können? Das ist, als ob man den Bäcker verklagt, weil jemand beim Brötchenkauf randaliert!
Bremer:
Ach, jetzt tun Sie nicht so, als wären die Vereine völlig machtlos. Wer Fanartikel verkauft, Fanbusse organisiert und auf Social Media die Stimmung anheizt, der trägt auch Verantwortung für das, was daraus wird. Und wenn Pyroshows mittlerweile professioneller choreografiert sind als die Halbzeitpausen, dann braucht’s eben nicht nur Stadionverbot – sondern auch einen Zahlungsbeleg für die Begleitumstände.
Blume:
Dann sollten wir auch von Karnevalsvereinen Polizeikosten verlangen, wenn in Köln einer betrunken auf den Dom pinkelt. Oder vom Veranstalter des Stadtfests, weil Tante Erna stolpert. Nein, Herr Bremer – öffentliche Sicherheit ist Sache des Staates. Sonst schicken wir bald jedem Demonstranten eine Rechnung für die Polizeiwache.
Bremer:
Wissen Sie was? Wenn der Steuerzahler jedes Wochenende Millionen für die Eskortierung von Bengalo-Fans aufbringen muss, dann ist das nicht Sportförderung – das ist Realitätsverweigerung mit Fangesängen. Wer Geld mit der Show verdient, soll bitte auch für den Sicherheitsdienst mit aufkommen. Oder soll Mutti Müller weiter zahlen, obwohl sie noch nie in ihrem Leben ein Spiel gesehen hat?
Blume:
Mutti Müller zahlt auch für Straßenausbesserung in Orten, die sie nie besucht hat. Das ist Solidarprinzip. Und wenn Sie dieses Prinzip aufgeben, Herr Bremer, dann landen wir bald bei einem Pay-per-Polizei-System. Mit Preislisten: Prügelei mit 50 Fans? 15.000 Euro. Flaschenwurf? 300 Euro Aufpreis. Inklusive Mehrwertsteuer.
Bremer (grinst):
Na, da hätten wir wenigstens mal eine geregelte Pyro-Abgabe. Das wäre ja fast kreativ. Aber Spaß beiseite: Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Vielleicht zahlen nicht alle – aber keiner sollte sich aus der Verantwortung tanzen. Auch nicht mit Schal und Stadionwurst.
Fazit:
Einigkeit herrscht in einem Punkt: Gewalt gehört nicht ins Stadion. Ob man dafür nun das Portemonnaie oder das Stadiontor schließt – darüber lässt sich trefflich streiten.
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