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Powell: „Kein risikofreier Weg“ – Fed prüft weitere Zinssenkung trotz Shutdown-Datenlücken

geralt (CC0), Pixabay
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In seinen wohl letzten öffentlichen Äußerungen vor der Zinsentscheidung Ende Oktober hat Fed-Chef Jerome Powell betont, es gebe für die Geldpolitik „keinen risikofreien Pfad“. Während der Arbeitsmarkt Anzeichen der Abkühlung zeigt, liegt die Inflation weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Notenbank.

Powell sprach am 14. Oktober in Philadelphia bei der Adam-Smith-Award-Lecture der National Association for Business Economics und verteidigte dabei die Fed-Bilanzpolitik. Seine Aussagen deuten darauf hin, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am 28./29. Oktober erneut die Zinsen senken könnte. Trotz Datenlücken infolge des Government Shutdown habe sich der Ausblick für Beschäftigung und Inflation seit September „nicht wesentlich verändert“. Vor dem Shutdown verfügbare Zahlen ließen zugleich vermuten, die Konjunktur sei etwas robuster als erwartet.

Powell verwies auf eine Kern-PCE-Inflation von 2,9 % (August, 12 Monate) und „signifikante Abwärtsrisiken“ am Arbeitsmarkt. Der letzte verfügbare BLS-Jobsreport wies für August nur 22.000 neue Stellen aus; private Indikatoren signalisierten seither weitere Abkühlung.


Ersatzindikatoren bis zum CPI am 24. Oktober

Mangels frischer Behördendaten will das FOMC verstärkt Alternativquellen heranziehen: staatliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie den ADP-Report, der für September einen Abbau von 32.000 Stellen im Privatsektor meldete. Solche privaten Daten seien gute Ergänzungen, aber kein Ersatz für die „Goldstandard“-Statistiken der Regierung, betonte Powell.

Wichtig für die Entscheidung: Das Statistikamt veröffentlicht den Verbraucherpreisindex (CPI) für September am 24. Oktober – rechtzeitig vor der zweitägigen FOMC-Sitzung. Der CPI ist auch Grundlage für die COLA-Anpassung der Sozialversicherung für 2026.

Zölle erschweren die Gratwanderung

Mit Blick auf Zölle warnte Powell, deren Effekt könne anhaltenden Preisdruck erzeugen, falls die Weitergabe an Verbraucherpreise langsamer und breiter ausfalle als erwartet. Zölle erhöhen tendenziell die Inflation und belasten zugleich das Wachstum – eine Doppelbelastung für die zweifache Fed-Mission aus Preis­stabilität und maximaler Beschäftigung.

„Bewegen wir uns zu schnell, bleibt die Inflationsbekämpfung unvollständig und wir müssen später nachlegen. Bewegen wir uns zu langsam, drohen unnötige, schmerzhafte Verluste am Arbeitsmarkt“, sagte Powell.


Fazit

Die Fed signalisiert Datenabhängigkeit mit neigender Tendenz zur weiteren Lockerung. Ausschlaggebend werden der CPI am 24. Oktober und die Ersatzindikatoren sein. Sicher ist nur eines: Ein risikofreier Kurs existiert nicht.

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