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Pariser Friedhöfe: Wohnen zu teuer? Dann eben sterben in bester Lage.

mguzmas (CC0), Pixabay
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In Paris wird es eng – nicht nur für Lebende, sondern auch für Tote. Da die Stadt nicht genug Platz hat, um allen ein würdiges Plätzchen zum Verweilen nach dem Ableben zu bieten, hat sie nun eine revolutionäre Idee: Grabverlosung auf den berühmtesten Friedhöfen der Stadt.

Ja, richtig gelesen. Die Hauptstadt der Romantik und der Immobilienkrisen verlost jetzt historische Gräber auf prominenten Friedhöfen wie Père Lachaise, Montparnasse und Montmartre. Mitmachen darf, wer zwei Dinge mitbringt: einen Pariser Wohnsitz – und Geld. Für nur 4.000 Euro (Schnäppchen!) kann man sich den maroden Überrest eines Grüftchens sichern, das seit dem Zweiten Kaiserreich keinem mehr gehört – plus Restaurierungskosten natürlich. Schließlich will man ja stilvoll verwesen.

Die Crux? Man bekommt die Gruft nicht einfach so. Man muss sich regelrecht bewerben. Bewerbungsgespräch für den Tod, sozusagen. Die Stadt will wissen, ob man’s ernst meint mit dem Restaurieren. Zwei Angebote von Fachfirmen müssen vorgelegt werden. Keine Pfuscherei! Schließlich geht es um das kulturelle Erbe verwitterter Steine, nicht um irgendeinen Vorort-Friedhofsplatz.

Der Clou: Wer das Los zieht, darf sich auf prominente Nachbarn freuen – Jim Morrison, Edith Piaf, Simone de Beauvoir, Jacques Chirac. Ein letztes Networking im Grab, ganz ohne Smalltalk. Endlich mal im selben Viertel liegen wie die ganz Großen – wenn’s schon zu Lebzeiten nicht gereicht hat.

Die Stadt verkauft das Ganze natürlich als nachhaltige Win-win-Situation: Man schützt Kulturdenkmäler, schont Ressourcen (kein Granitimport aus China!) und ermöglicht den Parisern, in ihrer überteuerten Heimatstadt wenigstens den Tod nicht outsourcen zu müssen.

Wohnen in Paris? Unbezahlbar. Aber tot sein? Vielleicht bald wieder möglich – mit ein bisschen Glück und Restaurierungswillen.

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