Das US-Filmstudio Paramount hat eine von mehr als 4.000 Filmschaffenden – darunter Stars wie Mark Ruffalo, Emma Stone und Joaquin Phoenix – unterzeichnete Boykott-Erklärung gegen israelische Filmprojekte scharf zurückgewiesen.
Die Erklärung, die am 8. September von der Initiative Film Workers for Palestine veröffentlicht wurde, verurteilt Israels Militäreinsatz im Gazastreifen, dem nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums seit Oktober 2023 mehr als 64.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Unterzeichner wie „Joker“-Darsteller Joaquin Phoenix und „White Lotus“-Schauspielerin Aimee Lou Wood kündigten an, künftig keine Kooperationen mehr mit israelischen Film-Institutionen einzugehen.
Paramount: „Künstler nicht wegen Nationalität ausschließen“
In einer am 12. September von Reuters veröffentlichten Stellungnahme erklärte Paramount als erstes großes Studio seine Ablehnung des Boykotts:
„Wir stimmen den jüngsten Bemühungen nicht zu, israelische Filmemacher zu boykottieren. Künstler aufgrund ihrer Nationalität zum Schweigen zu bringen, fördert weder das Verständnis noch den Frieden. Wir brauchen mehr Dialog und Austausch – nicht weniger.“
Scharfe Kritik von Boykott-Initiative
Die Organisation Film Workers for Palestine warf Paramount daraufhin vor, das Anliegen bewusst falsch darzustellen, um Kritik an Israel zu unterdrücken.
„Ein solcher Schritt würde lediglich ein genozidales Regime vor Kritik schützen, während die weltweite Empörung wächst und viele bereits konkrete Schritte in Richtung Rechenschaftspflicht gehen“, hieß es in einer Erklärung auf Social Media.
Die Initiative verwies außerdem auf die enge Beziehung des US-Milliardärs Larry Ellison zu Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und lobte die Unterzeichner des Boykotts für ihre „kollektive moralische Haltung“.
„Unabdingbare Pflicht“
Weiter hieß es: „Fast zwei Jahre nach Beginn des israelischen Völkermords in Gaza erkennen immer mehr Filmschaffende, dass der Rückzug aus einem unmoralischen System – um Martin Luther King Jr. zu paraphrasieren – eine unabdingbare Pflicht ist, die sie nicht länger ignorieren können.“
Sollten israelische Film-Institutionen weiterhin mit den Unterzeichnern zusammenarbeiten wollen, müsse Israel seine „Komplizenschaft an Völkermord und Apartheid“ beenden und die vollen Rechte des palästinensischen Volkes nach internationalem Recht anerkennen, so die Forderung der Gruppe.
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