In Südamerika macht ein kleines Land derzeit große Schlagzeilen: Paraguay möchte sich zu einem neuen Technologiezentrum entwickeln – und damit in eine Liga mit internationalen Innovationsstandorten wie dem Silicon Valley aufsteigen. Eine treibende Kraft hinter dieser Vision ist die Technologieunternehmerin Gabriela Cibils.
Rückkehr mit einer Mission
Cibils, die in Paraguay aufwuchs, aber in den USA studierte und arbeitete, verfolgt ein klares Ziel: Sie will ihr Heimatland zum Magneten für Start-ups und Tech-Konzerne machen. Nach ihrem Abschluss in Informatik und Neurowissenschaften an der University of California, Berkeley arbeitete sie acht Jahre lang im Silicon Valley bei verschiedenen amerikanischen Start-ups – mitten in der globalen Hochburg der Technologiebranche.
Doch statt dauerhaft in Kalifornien zu bleiben, kehrte sie vor einigen Jahren nach Paraguay zurück. „Ich wollte zeigen, dass Innovation nicht nur in den USA oder Europa stattfinden muss“, sagt Cibils. Heute engagiert sie sich in mehreren Technologieprojekten und unterstützt lokale Gründerinnen und Gründer beim Aufbau eigener Unternehmen.
Paraguay im digitalen Aufbruch
Das Land, eingeklemmt zwischen Brasilien und Argentinien, galt bislang nicht gerade als Hotspot für Digitalisierung. Doch das könnte sich ändern. Die Regierung in Asunción fördert gezielt Investitionen in IT, künstliche Intelligenz und grüne Energie – mit steuerlichen Anreizen, vereinfachten Gründungsverfahren und günstigen Strompreisen aus Wasserkraft.
Internationale Tech-Unternehmen beginnen, sich für Paraguay zu interessieren – vor allem wegen der niedrigen Energiekosten, der politischen Stabilität und einer jungen, gut ausgebildeten Bevölkerung. Laut Wirtschaftsexperten bietet das Land ideale Bedingungen für Rechenzentren, Softwareentwicklung und Blockchain-Technologien.
Herausforderungen bleiben
Trotz der positiven Dynamik steht Paraguay noch am Anfang. Infrastruktur, Bürokratie und Internetanbindung außerhalb der großen Städte gelten weiterhin als Hürden. Cibils sieht darin jedoch keinen Grund zur Resignation: „Silicon Valley wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Wir müssen langfristig denken – und vor allem mutig sein.“
Ziel: Innovation made in Paraguay
Mit Initiativen wie Technologieparks, Start-up-Förderprogrammen und internationalen Partnerschaften will Paraguay nun zeigen, dass auch ein kleines Land ohne Zugang zum Meer zum digitalen Vorreiter Südamerikas werden kann.
„Wir wollen nicht einfach nur imitieren, was andere machen“, betont Cibils. „Unser Ziel ist es, eine paraguayische Innovationskultur zu schaffen – offen, nachhaltig und global vernetzt.“
Sollte ihr Plan aufgehen, könnte Paraguay bald tatsächlich als das neue „Silicon Valley des Südens“ gelten – ein Titel, der einst unmöglich schien, nun aber in greifbare Nähe rückt.
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